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Fußball-Bundesliga
Die Spur nach Frankfurt ist heiß

Auf die andauernden Gerüchte um einen Wechsel zum FC Bayern reagierte Niko Kovac, der Trainer des Bundesligisten Eintracht Frankfurt, zuletzt ausweichend. Angeblich hat er eine Ausstiegsklausel.
Auf die andauernden Gerüchte um einen Wechsel zum FC Bayern reagierte Niko Kovac, der Trainer des Bundesligisten Eintracht Frankfurt, zuletzt ausweichend. Angeblich hat er eine Ausstiegsklausel. FOTO: dpa / Fabian Sommer
Sevilla. Niko Kovac gilt als aussichtsreichster Kandidat für den Trainer-Posten beim FC Bayern in der kommenden Saison.

Sevilla, die Jahrtausende alte Hauptstadt Andalusiens, hat ihrem Besucher viel zu bieten. Etwa die Catedral, größte gotische Kathedrale der Welt, die Palastanlage Alcazar aus maurischen Zeiten, oder die Isla Magica mit ihrem Vergnügungspark. Die Bosse des FC Bayern hatten bei ihrer Stippvisite aber keinen Blick für die Schönheiten der Stadt, sondern Wichtigeres zu tun.


Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Hasan Salihamidzic kamen vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Sevilla (beim Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet) zusammen, um die Trainerfrage zu klären. Dies berichteten diverse Medien. Die Zeit drängt: Bis Ende April, bestätigte Rummenigge erneut, werde der FC Bayern „den Trainer präsentieren“.

Der Vorstands-Chef erklärte augenzwinkernd von großem Interesse: „Sie glauben gar nicht, wie viel Anrufe man kriegt beim FC Bayern in Sachen Trainer.“ Die Bosse wollen dem Eindruck entgegenwirken, dass ihnen nach den Absagen von Jupp Heynckes und Thomas Tuchel die Möglichkeiten ausgehen. Als Topkandidat gilt inzwischen Frankfurts Niko Kovac. Laut Bild-Zeitung hat Sportdirektor Salihamidzic Kontakt zu seinem früheren Münchner Mitspieler aufgenommen, ein konkretes Angebot gebe es aber noch nicht. Der Kicker dagegen berichtete von „entspannten“ Frankfurtern. Kovac, heißt es dort, plane bereits die nächste Eintracht-Saison und unterhalte in der Sache keine Verbindungen nach München.

Entspannt? Nun ja. „Jeder quatscht irgendwas von rechts nach links. Sogar Lothar Matthäus hat da ein paar Stimmen gehört“, schimpfte Eintrachts Sportvorstand Fredi Bobic an Ostern. Kovac selbst ließ sich ein Hintertürchen offen. „Ich werde bis 2019 in Frankfurt arbeiten – wenn nichts dazwischen kommt“, sagte er. Die Sport Bild berichtete, der 46-Jährige besitze eine Ausstiegsklausel.

Hoeneß gilt als Befürworter des gebürtigen Berliners, mit seiner Münchner Vergangenheit (2001 bis 2003) wäre Kovac eine typische Hoeneß-Personalie. Der Präsident reagierte vor dem Abflug gereizt auf die Causa. Das Thema Trainer sei öffentlich „tabu“, ließ er wissen, und: „Ich habe mich nicht beworben.“



Auch wenn Hoeneß eine hohe Meinung von Kovac hat, ist der Frankfurter für ihn wie die weniger heiß diskutierten Ralph Hasenhüttl und Lucien Favre zweite Wahl. Wie lange er am Irrglauben festhielt, seinen Freund Heynckes zu einer weiteren Saison überreden zu können, machten Aussagen des Trainerroutiniers in Sevilla klar. Hoeneß, berichtete Heynckes, habe bereits im Dezember gewusst, dass er sich nicht werde umstimmen lassen: „Ich habe es ihm am Telefon gesagt. Er wollte es nicht wahrhaben.“ Bei einem Treffen mit den Bossen am 19. Januar habe er erneut „klipp und klar“ gesagt, dass im Sommer Schluss sei, fügte Heynckes an. Dennoch hätten es Hoeneß und Co. Anfang März erneut versucht, ihn umzustimmen. Heynckes’ Replik: „Nein, das ist vergebliche Liebesmüh. Ich mache das nicht!“

Kurz darauf handelten sich die Bayern auch noch die Absage von Tuchel ein, der angeblich neuer Trainer des FC Arsenal wird. „Das muss man akzeptieren, kein Problem“, sagte Rummenigge jetzt dazu. Ob er ausschließen könne, dass es Kovac wird? „Einschließen kann ich’s auch nicht“, sagte der Vorstands-Chef.