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Gute Stimmung im Team
Die Spiele können beginnen

Tragende Rolle: Statt dieses ungewöhnlich aussehenden Pokals wird Eric Frenzel bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele morgen in Pyeongchang die deutsche Fahne tragen. Das sickerte gestern durch.
Tragende Rolle: Statt dieses ungewöhnlich aussehenden Pokals wird Eric Frenzel bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele morgen in Pyeongchang die deutsche Fahne tragen. Das sickerte gestern durch. FOTO: Barbara Gindl / dpa
Pyeongchang. Das deutsche Olympiateam ist optimistisch und bereit für das Abenteuer Pyeongchang. Frenzel soll die deutsche Fahne tragen.

Die Stimmung ist gut, die Vorfreude steigt, die Spiele können beginnen: Die deutsche Mannschaft startet voller Zuversicht in die Winterspiele in Pyeongchang. Ein Debakel wie in Sotschi, da sind sich alle einig, soll und wird es nicht wieder geben. „Die Mannschaft ist gut drauf und hat sich eingelebt, die Stimmung ist prima – jetzt kribbelt es langsam. Es kann losgehen“, sagte der Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig am Mittwoch auf der Eröffnungs-Pressekonferenz von „Team D“ im Deutschen Haus im noblen Birch Hill Golf Club in den Bergen von Pyeongchang.



Schimmelpfennig versprüht Optimismus: „Die Stärke der Mannschaft macht aus, dass wir an jedem Wettkampftag Eisen im Feuer haben. Wir haben uns gut entwickelt seit Sotschi, wir sind sehr zuversichtlich, dass wir diesmal besser abschneiden.“ 19 Medaillen hatte das deutsche Team vor vier Jahren in Russland geholt, es war die mit Abstand schlechteste Bilanz seit der Wiedervereinigung. „19 plus X“ lautet deshalb das etwas vage Ziel des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), niemand mag sich zu weit aus dem Fenster lehnen.

Die Rahmenbedingungen sind in der Tat erfolgversprechend. Im 153-köpfigen Team gibt es keine Kranken oder Verletzten, Schimmelpfennig schwärmt von der Organisation, den Gastgebern, den Wettkampfstätten und dem Essen im Athletendorf, lediglich beim Transportsystem müsse noch etwas nachgebessert werden. Selbst die klirrende Kälte in den Bergen tut der guten Laune keinen Abbruch. „Es ist schon ziemlich kalt, aber wir sind Wintersportler: Das passt schon“, sagte Bob-Pilot Francesco Friedrich.

Die Organisatoren arbeiten unter Hochdruck daran, dass die Kälte bei der Eröffnungsfeier am Freitagabend im (offenen) Olympiastadion für die Sportler nicht zum Problem wird. Der Einmarsch der Athleten soll extrem kurz gehalten werden, beheizte Zelte, transportable Wärmemittel und ganz viele Lagen Kleidung sollen zusätzlich helfen. Auch die Wetterprognose ist gut: Es soll nicht kälter werden als minus sieben Grad – es wäre der wärmste Tag seit Wochen.

Wer die deutsche Fahne tragen wird, hätte bis zur Bekanntgabe am heutigen Donnerstag um 9 Uhr deutscher Zeit ein gut gehütetes Geheimnis im „Team D“ sein sollen. Claudia Pechstein (Eisschnelllauf), Viktoria Rebensburg (Ski alpin), Christian Ehrhoff (Eishockey), Eric Frenzel (Nordische Kombination) und Natalie Geisenberger (Rodeln) waren nominiert. Die Abstimmung ist seit Sonntag abgeschlossen, das Votum der 153 Athleten und der deutschen Sportfans wird zu selben Teilen gewertet. Biathletin Laura Dahlmeier gehörte zu den Athletinnen, die nicht zur Wahl standen, weil sie tags darauf zum Wettkampf antreten muss.



Gestern Nachmittag sickerte dann nach übereinstimmenden Medienberichten durch, dass Frenzel gewonnen hat. Schimmelpfennig wollte das aber nicht vor der Pressekonferenz bestätigen. Weiteres Indiz: Frenzel trat einen früheren Flug an, ursprünglich war  Freitag geplant. Nach seiner Nominierung hatte Frenzel erklärt: „Es würde mich freuen und stolz machen, wenn es klappen würde. Ich fühle mich sehr geehrt, unter diesen Fünfen zu sein.“ Er ist nach Georg Thoma vor 54 Jahren der erste Kombinierer, der eine gesamtdeutsche Mannschaft anführt. Frenzel hatte als Favorit bei der Abstimmung gegolten. Der 29-Jährige ist bei Athleten wie Sportfans äußerst beliebt. Der Sotschi-Olympiasieger ist bescheiden, äußerst fair und mit seiner Art, seinen Sport in der Öffentlichkeit zu repräsentieren, ein Vorbild für viele.