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Die selten spannende Bundesliga

Die selten spannende Bundesliga

Düsseldorf. Nicht der schwächelnde Topfavorit aus München (39 Punkte), der sich vor dem 23. Spieltag mit Platz fünf begnügen muss, sondern das Überraschungsteam aus Berlin startet von der Tabellenspitze in das Wochenende. Angesichts des steten Wandels an der Spitze verweigerte "Kaiser" Franz Beckenbauer eine Titelprognose: "Scheinbar will keiner Meister werden

Düsseldorf. Nicht der schwächelnde Topfavorit aus München (39 Punkte), der sich vor dem 23. Spieltag mit Platz fünf begnügen muss, sondern das Überraschungsteam aus Berlin startet von der Tabellenspitze in das Wochenende. Angesichts des steten Wandels an der Spitze verweigerte "Kaiser" Franz Beckenbauer eine Titelprognose: "Scheinbar will keiner Meister werden. Wenn man einen entscheidenden Schritt tun könnte, dann stolpert man wieder. Es passt gerade alles zu dieser Liga."

Ein Blick auf die Rückrunden-Tabelle verdeutlicht, auf was der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Bayern anspielt. Die Herbstmeister aus Hoffenheim rangieren auf Platz zehn, die Leverkusener und Münchner gar nur auf den Rängen 13. und 14. Nicht zuletzt deshalb gab es in dieser Saison - anders als in den anderen europäischen Top-Ligen - bereits fünf unterschiedliche Tabellenführer. "Das wird ein Titelrennen bis zum letzten Spieltag", orakelte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann (Foto: ddp), "dass so viele Mannschaften dabei sind, ist eine tolle Sache für die Liga." Diese Entwicklung wertete Bayer-Sportdirektor Rudi Völler als Indiz für eine höhere Leistungsdichte im oberen Drittel: "Vor vier, fünf Jahren wären wir auch mit einer durchschnittlichen Leistung unter die ersten Fünf gekommen. Heute ist das anders. Und wenn du nach ganz oben willst, musst du eine fantastische Saison spielen."

Davon kann beim FC Bayern, der in dieser Spielzeit noch kein einziges Mal an der Spitze lag, keine Rede sein. Nach dem Ausscheiden im Pokal-Viertelfinale bei Bayer Leverkusen ist der Gegenwind für Klinsmann stärker geworden. Bei einer Heimniederlage am Samstag gegen Hannover könnte er auf Orkanstärke anwachsen. Nach 33 Pflichtspielen als Trainer beim deutschen Rekordmeister ist der 44-Jährige gegen Hannover fast schon zum Siegen verdammt - und das ohne die verletzten Luca Toni (Achillessehne) und Franck Ribéry (Schienbein). "Gerne hätte man solche Leute dabei in so einem wichtigen Spiel, in dem man den Anschluss an die Spitze bekommen möchte", sagte Klinsmann und nahm die anderen Profis in die Pflicht."Ich erwarte von jedem totales Engagement und Feuer von der ersten Sekunde an."

Gut möglich, dass das Wechselspiel an der Spitze am 23. Spieltag weitergeht. Schließlich muss Tabellenführer Hertha BSC (43) bei Energie Cottbus antreten. Die Bilanz mit sieben Niederlagen in den bisherigen elf Duellen verheißt wenig Gutes. Der letzte von nur drei Siegen liegt schon fast sechs Jahre zurück. "Wir haben ein paar Rechnungen offen aus den letzten Jahren", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß vor der Reise zum Drittletzten.

Auch Verfolger Hamburger SV (42) muss bei einem vom Abstieg bedrohten Gegner antreten. Nach der Heimschlappe gegen das beste Rückrunden-Team aus Wolfsburg (39) am vorigen Spieltag liebäugelt das Team von Trainer Martin Jol vor der Partie in Mönchengladbach erneut mit dem möglichen Sprung auf Platz eins.

Anders als Berlin und Hamburg genießt der Tabellendritte aus Hoffenheim (41) im Duell mit Werder Bremen Heimrecht. Die Bremer müssen dabei auf Torsten Frings und Mesut Özil verzichten.