| 20:22 Uhr

Saarlouis Royals
„Die Saison ist eh durch“

Ralf Anstätt (links) hat beim Basketball-Club Saarlouis das Amt des zurückgetretenen Vorsitzenden Marc Tepest (Zweiter von links) übernommen. Daneben Royals-Manager Sascha Schmidt.
Ralf Anstätt (links) hat beim Basketball-Club Saarlouis das Amt des zurückgetretenen Vorsitzenden Marc Tepest (Zweiter von links) übernommen. Daneben Royals-Manager Sascha Schmidt. FOTO: rup
Saarlouis. Bei Basketball-Bundesligist Saarlouis gibt es Wechsel im Vorstand. Außerdem hat Centerin Bratka die Royals verlassen. Jonas Grethel

Nicht nur sportlich befindet sich Frauenbasketball-Bundesligisten Saarlouis Royals derzeit in einer schwierigen Situation. Auch hinter den Kulissen scheint beim aktuellen Tabellen-Zehnten zurzeit einiges im Argen zu liegen, seitdem sich der Vorsitzende Marc Tepest gemeinsam mit seiner Frau Anja, die bisher als Kassiererin fungierte, vom Vorstand des Basketball-Clubs (BC) Saarlouis verabschiedete. Der BC ist der Halter der Lizenz, mit der die Royals in der Deutschen Basketball-Bundesliga DBBL antreten.



Vor dem Heimspiel gegen die SV Halle Lions an diesem Sonntag (15 Uhr) mit Ex-Trainer René Spandauw haben die Saarlouiserinnen jetzt die Marschroute für die kommenden Wochen vorgestellt, die gilt, bis ein neuer Vorstand spätestens Anfang Januar 2018 neu gewählt wird. Ralf Anstätt, der bisherige 2. Vorsitzende, übernimmt das Amt Tepests übergangsweise. Ihm wird Markus Hollecker als Stellvertreter zur Seite gestellt, der schon seit Jahren Sponsor und seit dieser Saison auch Hallensprecher der Royals ist. Dazu gesellen sich Pressesprecher Tom Störmer, Manager Sascha Schmidt, Co-Trainer Marc Hahnemann sowie Oliver Kraulich, die dem Interims-Vorstand vorerst bei Organisation und Finanzen unter die Arme greifen sollen.

„Wir werden den Verein jetzt auf den Kopf stellen und schauen, das alles ordnungsgemäß abgelaufen ist – so wie man das in jedem Verein bei einer Übergabe macht“, sagt Tom Störmer: „Das ist aber keine Situation, in der man Panik kriegen muss. Natürlich ist die Konstellation, dass zwei Drittel des Vorstands von heute auf morgen wegfallen, unschön. Aber wir werden das auffangen und das Beste aus der Situation machen.“

Ganz so sorglos, wie der ein oder andere die Situation schildert, scheint man in Saarlouis wohl doch nicht zu sein. So hatte Marc Tepest im Gespräch mit der SZ angegeben, er verließe den Verein aus gesundheitlichen Gründen – davon wollen die Royals aber selbst nichts gehört haben. „Wir haben von Herrn Tepest keine konkreten Informationen bekommen – er hat keine Gründe angegeben, warum er zurücktritt“, sagt Tom Störmer. Dazu kommt der unerwartete Ausfall zweier Spielerinnen mitten in der Saison. Shalethia Stringfield ist nach ihrem Kreuzbandriss in die Heimat USA zurückgeflogen, und Neuzugang Maaja Bratka hat nach enttäuschenden Leistungen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion den Verein Richtung Montbrison in die 2. französische Liga verlassen.

„Davon war ich persönlich sehr überrascht, ich habe die Nachricht übers Internet erfahren“, sagt Tom Störmer, dessen Royals trotz der beiden Weggänge sowie lauten Forderungen seitens Cheftrainer Hermann Paar nach Neuzugängen am aktuellen Aufgebot festhalten will: „Die Saison ist eh durch. An das Ziel, um die Meisterschaft mitzuspielen, kann man einen Haken machen. Wir haben eine gute Mannschaft und werden abwarten, wie es sich mit den zur Verfügung stehenden Spielerinnen entwickelt. Wir agieren ruhig und werden keine Probleme haben, die Klasse zu halten.“



Ein Lichtblick: Marc Tepest bleibt dem Verein wenigstens als Sponsor sowie in beratender Funktion erhalten, die Royals müssen also nicht mit finanziellen Einbußen rechnen. Das dürfte den Spielerinnen gegen den Achten aus Halle am Sonntag aber egal sein – sie müssen mit einem Sieg dafür sorgen, dass die Saarlouiserinnen wieder Anschluss ans Tabellen-Mittelfeld finden und nicht in der Versenkung verschwinden.