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Fußball-Bundesliga
Die Rückkehrer werden sehnlichst erwartet

O’ zapft is: Dem Saarländer Jonas Hector wird beim Laktattest Blut abgenommen. Das abgeschlagene Liga-Schlusslicht 1. FC Köln setzt im neuen Jahr vor allem auf den wiedergenesenen Nationalspieler.
O’ zapft is: Dem Saarländer Jonas Hector wird beim Laktattest Blut abgenommen. Das abgeschlagene Liga-Schlusslicht 1. FC Köln setzt im neuen Jahr vor allem auf den wiedergenesenen Nationalspieler. FOTO: Marius Becker / dpa
Frankfurt. Der Saarländer Jonas Hector meldet sich mit Jahresbeginn beim 1. FC Köln zurück. Auch in Dortmund lichtet sich das Lazarett.

Die „Traumelf der Rückkehrer“ klingt verheißungsvoll, sie würde in der Fußball-Bundesliga für Furore sorgen. Im Sturm trifft Routinier Alexander Meier, dahinter zaubern Marco Reus und Mario Götze mit Marcel Sabitzer, das Mittelfeld sichert Vladimir Darida ab, die Abwehr verstärkt Jonas Hector. Und vielleicht hütet sogar wieder Manuel Neuer irgendwann das Tor. Kein Wunder also, dass die Vereine der Rückkehr ihrer Leistungsträger entgegenfiebern.



Auf die Dienste von gleich zwei Langzeitverletzten mit großer Bedeutung darf bei Borussia Dortmund Trainer Peter Stöger bauen, wenngleich die Genesung von Reus (Kreuzbandriss) etwas mehr Vorfreude schüren dürfte als die von Lukas Piszczek (Außenbandanriss im rechten Knie). „Das wird richtig spannend“, sagte Stöger, der zudem auch wieder mit den Weltmeistern Mario Götze und Erik Durm sowie Allrounder Gonzalo Castro planen kann. Während Rechtsverteidiger Piszczek als „stabilisierender Faktor“ (Sportdirektor Michael Zorc) beim Rückrundenauftakt am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg auflaufen soll, ist bei Reus noch ein wenig Geduld gefragt. Im Februar könnte das Comeback des 28-Jährigen anstehen, der laut Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke „an allen Ecken und Enden gefehlt“ habe.

Mindestens genauso wichtig wie Reus für den BVB ist Nationalspieler Hector für den 1. FC Köln. Der 27-Jährige aus Auersmacher hatte im September einen Syndesmoseriss erlitten, erst am vergangenen Mittwoch nahm er wieder am Mannschaftstraining teil. Hector musste in den vergangenen Wochen tatenlos zusehen, wie sein Club immer tiefer in die Krise schlitterte. Inzwischen ist Köln abgeschlagen am Tabellenende, der Abstieg in die 2. Liga droht. „Wir müssen cool bleiben und nicht gleich von null auf hundert gehen“, sagte Trainer Stefan Ruthenbeck. Der Verein muss sich darauf einstellen, was der Gang in die 2. Liga bedeuten wird – das gilt auch für Hector, der sich nach der Runde zunächst auch noch auf die WM konzentrieren wird. Der Ligaverbleib ist zuvor zwar ein Ziel, aber ob Hector an Wunder glaubt?

Wunderdinge sind vom Tschechen Darida bei Hertha BSC sicherlich auch nicht sofort zu erwarten. Zwar zog sich der Schlüsselspieler der Berliner im Oktober „nur“ eine Außenbanddehnung im Knie zu, diese machte aber dennoch eine Operation erforderlich. Glück für die Hertha: Auch ohne Darida lief es zum Ende der Hinrunde ordentlich, der Kontakt zu den Europacup-Plätzen besteht weiterhin.

Voll im Soll befinden sich nach der ersten Halbsaison auch RB Leipzig und Eintracht Frankfurt, die dortige Rückkehr der Offensivspieler darf daher getrost als zusätzlicher Luxus angesehen werden. Während Meier nach seiner komplizierten Fußverletzung bei den Hessen aber selbst in Topform wohl nur schwer einen Stammplatz ergattern dürfte, ist Sabitzer in Leipzig nach überstandener Schulterblessur gesetzt. Zu verschmerzen ist daher auch der Ausfall des schwedischen Spielmachers Emil Forsberg, der nach wie vor an einer Bauchmuskelzerrung laboriert, und dessen Rückkehr auf den Platz laut Trainer Ralph Hasenhüttl „noch etwas dauern wird“.



Gleiches gilt für Nicolai Müller (Kreuzbandriss) beim Hamburger SV und Thiago beim FC Bayern, der seine Muskelverletzung wohl erst Ende Februar vollends auskuriert haben wird. Möglich scheint daher sogar ein Doppel-Comeback mit Neuer (Mittelfußbruch) – welch schöne Aussichten.

Der Dortmunder Marco Reus arbeitet im Trainingslager in Marbella fleißig an seiner Rückkehr.
Der Dortmunder Marco Reus arbeitet im Trainingslager in Marbella fleißig an seiner Rückkehr. FOTO: David Inderlied / dpa