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Die Rückkehr des Jurij Kohl

Die Rückkehr des Jurij Kohl

Völklingen. "Das Jahr zu Hause hat mir auch gut gefallen", sagt Jurij Kohl und lacht. Der 33-jährige Ringer war nach 15 Jahren beim KSV Köllerbach in der vergangenen Saison vereinslos. Doch Kohl sagt auch: "Ringen macht einfach Spaß." Deswegen will er nun bei der deutschen Meisterschaft im griechisch-römischen Stil sein Können noch mal unter Beweis stellen

Völklingen. "Das Jahr zu Hause hat mir auch gut gefallen", sagt Jurij Kohl und lacht. Der 33-jährige Ringer war nach 15 Jahren beim KSV Köllerbach in der vergangenen Saison vereinslos. Doch Kohl sagt auch: "Ringen macht einfach Spaß." Deswegen will er nun bei der deutschen Meisterschaft im griechisch-römischen Stil sein Können noch mal unter Beweis stellen. Auch weil die Titelkämpfe vom 13. bis 15. März in der Völklinger Hermann-Neuberger-Halle praktisch vor Kohls Haustür stattfinden. "Wäre die DM woanders gewesen, hätte ich mir mehr Gedanken gemacht. Doch da sie 500 Meter Luftlinie von meinem Haus stattfindet, war das eigentlich keine Frage", erklärt er.

Der vierfache deutsche Einzelmeister ergänzt: "Ich will meinem Trainer (Landestrainer Frank Hartmann, Anm. d. Red.) auch Dankeschön sagen. Außerdem ist mit der Hermann-Neuberger-Halle immer etwas Positives verbunden." So erkämpfte sich Kohl bei der DM 1994 als Junior bei den Männern den zweiten Platz in der 57-Kilo-Klasse. "Das war schon was. Damals war das Saarland noch nicht so erfolgsverwöhnt wie heute", blickt er zurück. Darüber hinaus legte Kohl mit dem KSV Köllerbach dort 2007 und 2008 den Grundstein zum Gewinn der deutschen Mannschafts-Meisterschaften.

Obwohl Kohl nicht auf der Matte stand, hat sich der Olympiateilnehmer von 2004 nicht auf die faule Haut gelegt. "Ich habe zwar nicht so speziell auf der Matte trainiert, aber doch so oft es ging, etwas gemacht", erklärt er. Nur auf der Polizei-EM im Oktober 2008 in Moskau konnte sich Kohl unter Wettkampfbedingungen beweisen und überzeugte mit dem Gewinn der Silbermedaille. Die wenige Wettkampfpraxis sieht er nicht als Nachteil. "Bei einem jungen Ringer wäre das wohl schlimmer. Ich bin nicht ganz in Bestform, aber mit meinem Training zufrieden", erklärt Kohl, der sich noch nicht darauf festlegen möchte, ob er nächste Saison wieder in der Bundesliga ringen wird.

Der Polizei-Kommissar hat sich für eine optimale Vorbereitung zweieinhalb Wochen Urlaub genommen. Denn neben dem Training muss sich Kohl zusammen mit Frau Daniela auch intensiv um die beiden Kinder (zwei Jahre und fünf Wochen alt) kümmern. "Da muss ich jede freie Minute nutzen und versuche jetzt, jeden Tag zwei Mal zu trainieren", erklärt er. Sein Gewicht muss Kohl von 69 auf 60 Kilo reduzieren. Auf ein Stück Kuchen am zweiten Geburtstag seines Sohnes verzichtete er trotzdem nicht. "Ich habe vor der Geburtstagsfeier mehr trainiert. Das Gewicht ist zwar hochgegangen, doch das ist kein Problem", sagt Kohl entspannt.

2008 erreichte er Platz drei bei der DM. Und in diesem Jahr? "Ich will sehen, wo ich stehe", erklärt er zurückhaltend. Doch mit einem Auge schielt Kohl auch auf die vorderen Plätze. "Ich will mich gut präsentieren, da es möglicherweise mein letzter Wettkampf sein könnte. Ein Platz auf dem Treppchen wäre schon klasse", erklärt er und schmunzelt.

Auf einen Blick

Dauerkarten für die DM können mittwochs (18 bis 19.30 Uhr) und freitags (18 bis 20 Uhr) während des Trainings des Ausrichters KSV Fürstenhausen in der Schulsporthalle am Hasseleich gekauft werden. Die Dauerkarten beinhalten eine Sitzplatzgarantie und kosten 40 Euro (ermäßigt 32 Euro). Tageskarten können am Freitag, 13. März, von 13 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags ab 8 Uhr erworben werden. Samstags kostet die Tageskarte 25 Euro, sonntags 20 Euro. Finalkarten kosten 15 Euro. rix