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Deutsche Ringer-Meisterschaften
Die Routiniers stehen im Mittelpunkt

Timo Badusch könnte in seiner Gewichtsklasse auch auf Weltmeister Frank Stäbler treffen.
Timo Badusch könnte in seiner Gewichtsklasse auch auf Weltmeister Frank Stäbler treffen. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Elf Saarländer nehmen an den deutschen Meisterschaften der Ringer im griechisch-römischen Stil teil. Von Patric Cordier

„Ausgerechnet Burghausen“ – das könnten die Griechisch-römisch-Ringer des KSV Köllerbach denken. Denn in der Sportparkhalle in Burghausen, wo die KSV-Sportler im Januar den Hinkampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft vergeigt haben, finden an diesem Wochenende die deutschen Einzelmeisterschaften im klassischen Stil statt.


„Das war ein Mannschaftskampf, der ist nicht vergessen, aber abgehakt. Im Sport gibt es immer wieder eine neue Chance“, sagt KSV-Kapitän Timo Badusch, der es in seiner Gewichtsklasse bis 72 Kilogramm nicht nur mit dem zum ASV Hüttigweiler gewechselten Urs von Tugginer, sondern auch mit Weltmeister Frank Stäbler zu tun bekommen könnte: „Frank und ich sind neben der Matte gute Freunde, auf der Matte versucht jeder natürlich, das Beste rauszuholen. Ich war in der Vorbereitung krank, darum müssen wir schauen, wie es läuft“, sagt Badusch.

Die hohen Gewichtsklassen bis 97 und bis 130 Kilo finden ohne saarländische Beteiligung statt. Ganz unten in der Klasse bis 55 Kilo soll der junge Steven Ecker (KSV Köllerbach) hauptsächlich weitere Erfahrung im Seniorenbereich sammeln. Gleiches gilt für Lars-Henrik Schmitt, der mit seinem neuen Teamkollegen Dennis Decker (beide KV Riegelsberg) in der Klasse bis 63 Kilo antreten wird. Dagegen zählt Etienne Kinsinger (bis 60 Kilo, Köllerbach) klar zum Favoritenkreis.



„Sicher haben wir den ein oder anderen dabei, der ganz vorne landen kann“, sagt Landestrainer Frank Hartmann: „Ob das klappt, hängt immer von ganz vielen Faktoren ab. Wir haben erneut eine neue Gewichtsklasseneinteilung und neue Regeln. Auch da muss man sehen, wie die Sportler zurechtkommen.“

Marc Antonio von Tugginer (67 Kilo), Pajtim Sefaj (77 Kilo, beide Köllerbach) und Sebastian Janowski (87 Kilo, AC Heusweiler) sind an einem guten Tag und bei einer günstigen Auslosung sicher für eine Überraschung gut. Mit Spannung erwartet wird das Abschneiden der Routiniers Konstantin Schneider (82 Kilo, KSV St.Ingbert) und Jan Fischer (87 Kilo, Riegelsberg). Der mittlerweile 44-jährige Schneider ringt in der Bundesliga für Adelhausen. Polizei-Kommissar Fischer kämpft für die Mannschaft von Germania Weingarten in der international nicht anererkannten Profi-Liga DRL. Das Einzelstartrecht haben beide allerdings für Saarvereine.

„Es ist gut für die Mannschaft, dass wir so erfahrene Athleten dabei haben“, sagt Landestrainer Hartmann: „Jan ist gut vorbereitet, hat es in seiner Gewichtsklasse aber unter anderem mit Vize-Weltmeister Denis Kudla zu tun.“ Für Schneider wird es der letzte Auftritt bei deutschen Meisterschaften. „Er ist vielleicht nicht mehr der schnellste“, sagt Trainer Hartmann: „Aber mit seiner Technik und Routine ist er auch schwer zu schlagen.“ Ausgerechnet Burghausen soll also ein krönender Abschluss in der großen Karriere des ehemaligen Köllerbachers werden.

Freistilringer Simon Monz vom KV Riegelsberg muss seine Teilnahme an den Kadetten-Weltmeisterschaften von 2. bis 8. Juli in Zagreb absagen. Der 16-jährige Gymnasiast zog sich im Training eine Meniskusverletzung zu und wurde bereits operiert.