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Die Rochaden der fantastischen Vier

Die Rochaden der fantastischen Vier

Durban. Vielleicht ist es dienlich, dass sich Rafael van der Vaart und seine Gattin Sylvie in diesen Tagen nicht näher kommen können. Regelmäßigen Damenbesuch hält der niederländische Trainer Bert van Marwijk nicht für hilfreich während einer WM, was der prominenten Spielerfrau eine unangenehme Begegnung erspart. Jene mit einem sprießenden Bart

Durban. Vielleicht ist es dienlich, dass sich Rafael van der Vaart und seine Gattin Sylvie in diesen Tagen nicht näher kommen können. Regelmäßigen Damenbesuch hält der niederländische Trainer Bert van Marwijk nicht für hilfreich während einer WM, was der prominenten Spielerfrau eine unangenehme Begegnung erspart. Jene mit einem sprießenden Bart. "Ist doch schon gut gewachsen, oder?" fragt van der Vaart jeden, der ihn erstaunt anblickt. Er hat mit Nigel de Jong die Initiative unter einigen Spielern angezettelt, die da heißt: "geschoren is verloren" - wer rasiert, verliert.

Es hat den Anschein, als bräuchten die Stars den Kinderkram, um sich zu vergnügen. Van Marwijk weiß, "dass die Gefahr von Lagerkoller für eine holländische Nationalelf immer etwas größer ist als bei anderen Teams". Hartnäckig hält sich die Vermutung, das habe dann und wann den K.o. bei WM oder EM eben auch begünstigt.

Die "Elftal" 2010 will anders sein. "Wir sind alt und weise genug, dass wir das jetzt hinbekommen", sagt van der Vaart. Genauso spielt dieses Ensemble auch: abwartend, abgeklärt, effizient, erfolgreich. Auch heute gegen die Slowakei im Achtelfinale (16 Uhr/ARD) könnte es gut sein, dass die früheren Unterhaltungskünstler sich mit schnöder Pflichterfüllung begnügen. Dabei hat van Marwijk ja für die Offensive ein Potenzial zur Verfügung wie kein anderer europäischer Vertreter. Sieben Kandidaten, angestellt bei Real Madrid (van der Vaart, der aber Wadenprobleme hat und auszufallen droht), FC Liverpool (Dirk Kuyt, Ryan Babel), FC Arsenal (Robin van Persie), AC Mailand (Jan Klaas Huntelaar), Bayern München (Arjen Robben) und dem Hamburger SV (Eljero Elia), von denen immer nur vier gebraucht werden. Die Viererbande ist mit dem Namen "Die fantastischen Vier" bedacht worden, was dem Original, der Hip-Hop-Gruppe "Fanta4", nicht gerecht wird, weil das Quartett stets in der selben Besetzung anzutreffen ist. Aber die "Elftal"? Da machte wegen Robbens Faserriss in vorderer Reihe eine andere Besetzung als gedacht die Musik; als Stoßstürmer van Persie, dahinter links van der Vaart, zentral Wesley Sneijder und rechts Kuyt. Änderung noch nicht in Sicht; selbst gegen die Slowaken soll Robben nochmals den Joker spielen. "Wenn wir gegen die Slowaken nicht gewinnen, haben wir im Viertelfinale auch nichts zu suchen", sagt Sneijder. Doch van der Vaart verkündet: "Wir haben nicht das Gefühl, dass wir hier verlieren können."

Der Bart soll also länger werden. Ist es da ein schlechtes Omen, dass sich Khalid Boulahrouz die Stoppeln nach dem Kamerun-Spiel (2:1) entfernt hat? Begründung: "Der hat zu jucken begonnen." Vielleicht hat aber auch nur seine Frau geschimpft.