1. Sport
  2. Saar-Sport

Die Ringer des KSV Köllerbach sind auf der Suche nach Verstärkungen

Ringer-Bundesligist KSV Köllerbach : Handlungsbedarf bei den „leichten Jungs“

Die Ringer des KSV Köllerbach wissen, in welchen Gewichtsklassen sie sich für die kommende Saison verstärken müssen.

Nach der Saison ist vor der Saison – die alte Sportphrase gilt auch für das Ringen. Gerade hat der KSV Köllerbach die Mannschaftssaison mit der Vize-Meisterschaft hinter Wacker Burghausen abgeschlossen (wir berichteten), da gehen die für die Sportler mindestens ebenso wichtigen internationalen Einzelwettkämpfe los.

Bei Greco-Spezialist Etienne Kinsinger ist die heiße Vorbereitungsphase für das Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Tokio angelaufen. „Erst schreibe ich noch zwei Klausuren, aber es ist gut, wenn sich der Kopf nicht nur mit dem Sport beschäftigen muss“, sagt der Student der Universität des Saarlandes, für den es im März um den großen Traum geht. Die Freistiler Victor Lyzen (61 Kilogramm, er startet im Einzel für den KSV, in der Mannschaft ging er in dieser Saison für den Köllerbacher Halbfinalgegner Nackenheim auf die Matte) und Gennadij Cudinovic (97 Kilogramm, AC Heusweiler) sind für die Europameisterschaft in Rom vom 10. bis 16. Februar nominiert.

Doch auch bei den Vereinen geht es weiter. Schließlich stehen bereits jetzt wichtige Weichenstellungen für die kommende Saison an, die noch einmal mit einer Bundesliga ausgerungen wird, die aus drei Vorrundengruppen besteht. „Wir werden im nächsten Jahr stärker zurückkommen“, hatte Köllerbachs Kapitän Timo Badusch nach dem verlorenen Finale von Burghausen angekündigt. „Wir haben aber nicht die Möglichkeiten wie Wacker, alle Positionen doppelt zu besetzen. Der deutsche Meister wird mit einem sechsstelligen Betrag von der Stadt unterstützt und bekommt eine eigene Trainingshalle gebaut. Davon träumen wir höchstens“, betont dagegen der KSV-Vorsitzende Hilmar Rehlinger deutlich zurückhaltender, „wir müssen auch finanziell die aktuelle Runde erst abschließen und dann mit den Sponsoren reden. Es hilft ja nichts, eine tolle Mannschaft zu verpflichten, die ich am Ende nicht bezahlen kann.“

Dennoch sind die ersten Vertragsverlängerungen bereits fix. „Natürlich mache ich weiter“, sagte der 39-jährige Routinier Andrij Shyyka (75 Kilogramm Freistil) fast beleidigt ob der Frage. Shyyka verlor in der abgelaufenen Runde nur zwei Kämpfe. „Auch ich werde nächstes Jahr wieder dabei sein“, kündigte Piotr Ianulov (86 Kilogramm Freistil) an, auch Oleksandr Khotzianivskyi (130 Kilo Freistil) und Mihail Sava (71 Kilo Freistil) bestätigten, dass sie für ein weiteres Jahr beim KSV unterschrieben haben.

Verstärkungen braucht man vor allem in den unteren Gewichtsklassen. „Andriy Yatsenko hat Probleme mit dem Gewicht“, sagt Rehlinger über den Bulgaren in der Klasse bis 57 Kilogramm Freistil, der wohl nicht mehr für den KSV antreten wird. Die Saison von Greco-Mann Steven Ecker war bestenfalls durchwachsen. In der Klasse bis 98 Kilogramm fehlt dem KSV nach dem Weggang von Cudinovic ein deutscher Siegringer im Freistil, im griechisch-römischen Stil bestritt Melonin Noumonvi nur einen einzigen Kampf. Der Ungar Laszlo Szabo, der in dieser Saison nicht für die Saarländer angetreten war, dessen Kampfpass aber noch beim KSV liegt, wechselt zum Liga-Konkurrenten Urloffen.

Gerüchte, man stehe bereits in Gesprächen mit den Burghausenern Ahmet Peker (57 Kilo Freistil) und Söner Demirtas (75 Kilo Freistil), bezeichnete Rehlinger als „völlig aus der Luft gegriffen. Wir werden jetzt nach und nach die Gespräche führen. Natürlich zunächst mit den Sportlern, die schon bei uns sind. Das Gesicht der Mannschaft wird sich nicht entscheidend verändern.“ Bis zum 31. Mai muss die Mannschaftsmeldung des KSV beim Deutschen Ringerbund (DRB) eingegangen sein. Dann lässt sich auch abschätzen, wie groß die Finalchance der Köllerbacher in der im Spätsommer beginnenden Saison sein wird.