Die richtigen Worte für den Erfolg

Die richtigen Worte für den Erfolg

Saarlouis. Eine Auszeit brachte den Handball-Zweitligisten HG Saarlouis am Samstagabend auf die Siegerstraße. Nur neun Minuten und 47 Sekunden nach dem Anpfiff des Heimspiels gegen die TSG Friesenheim legte HG-Trainer Andre Gulbicki die grüne Karte mit dem großen "T" auf den Tisch der Zeitnehmer. Der Spielstand zu diesem Zeitpunkt: 5:8 aus Saarlouiser Sicht

Saarlouis. Eine Auszeit brachte den Handball-Zweitligisten HG Saarlouis am Samstagabend auf die Siegerstraße. Nur neun Minuten und 47 Sekunden nach dem Anpfiff des Heimspiels gegen die TSG Friesenheim legte HG-Trainer Andre Gulbicki die grüne Karte mit dem großen "T" auf den Tisch der Zeitnehmer. Der Spielstand zu diesem Zeitpunkt: 5:8 aus Saarlouiser Sicht. Nach einer von Gulbicki laut und gestenreich gestalteten Minute fand die HG umgehend in ihr Spiel und siegte am Ende verdient mit 38:35 (19:17)."Ich war verärgert, weil wir in den ersten zehn Minuten in der Deckung viel zu passiv waren und ohne Aggressivität gespielt haben", begründete der Trainer seine Maßnahme, bei der er auf eine 6:0-Deckung umstellte und Kapitän Danijel Grgic durch Merten Krings ersetzte. "Er hat in der Auszeit einfach genau das Richtige gesagt. Wir hatten am Anfang keine richtige Einstellung zum Gegner gefunden, und das muss gerade bei einer 5:1-Deckung stimmen", sagte der beste Schütze des Spiels, Andre Lohrbach.

Der Linksaußen erzielte insgesamt elf Treffer und war zusammen mit Torwart Jan Peveling in der Phase nach dem 11:11-Ausgleich nach genau 18 Minuten der Garant für die Wende. Peveling hielt in knapp drei Minuten gleich drei Mal gegen Friesenheimer Angreifer, und Lohrbach verwertete zwei Gegenstöße und zwei Siebenmeter zur 15:12-Führung.

Gleich nach der Pause (19:17) wurde es in der mit 1500 Zuschauern gefüllten Stadtgartenhalle plötzlich ganz still. Peveling lag regungslos am Boden, nachdem ihn ein Wurf von Alexander Beckers voll im Gesicht traf und ihn für einige Sekunden ins Reich der Träume beförderte. Nach umgehender Behandlung durch Mannschaftsarzt Wolfgang Schneider und Physiotherapeutin Susanne Fontaine rappelte sich "Peve" wieder auf und konnte vorerst weiterspielen. "Ich habe keine Ahnung, ob ich kurz weg war oder nicht", sagte der 23-Jährige nach dem Spiel: "In dem Moment tut es natürlich ein bisschen weh, und danach hatte ich ein bisschen Kopfschmerzen bekommen. Mal schauen, wie es morgen aussieht."

Nicht nur Jan Peveling streckte es am Samstagabend nieder - auch Daniel Fontaine, Jonathan Julvecourt und Gästespieler Marco Hauk machten nach Zusammenstößen mit ihren Gegenspielern nähere Bekanntschaft mit dem Boden in der Stadtgartenhalle. Julvecourt, der in Saarlouis schon zwei Mal mit einer Platzwunde am Kopf weiterspielte, kam auch dieses Mal wieder zurück auf die Platte, als ihm Schneider einen ausgekugelten Finger wieder an den rechten Platz manövrierte. Am Schlimmsten erwischte es allerdings Friesenheims Benjamin Watschke, der knapp zehn Minuten vor dem Schlusspfiff mit dem Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselt werden musste. Zu diesem Zeitpunkt führte Saarlouis mit 35:28, versäumte es aber in der hektischen Schlussphase, einen Kantersieg einzufahren.

"Wir haben insgesamt zu viele Tore kassiert", lautete deshalb das Fazit des Saarlouiser Trainers Gulbicki: "So ein Spiel sollte man auch mal mit sechs Toren und nicht nur mit drei Toren Unterschied gewinnen."

2.Handball-Bundesliga

11. Spieltag:

1. VfL Potsdam - TV Bittenfeld 32:34

TuSEM Essen - HC Empor Rostock 31:25

TV Korschenbroich - DHfK Leipzig 26:27

SV Post Schwerin - SG BBM Bietigheim 33:30

TV Emsdetten - ASV Hamm-Westfalen 27:30

ThSV Eisenach - DHC Rheinland 27:24

HG Saarlouis - TSG Friesenheim 38:35

TV Neuhausen/Erms - HC Erlangen 25:25

GWD Minden - HSG Düsseldorf 33:25

HSG Nordhorn-Lingen - VfL Bad Schwartau 30:36


 1 . TuSEM Essen 11 308 : 278 17 : 5
 2 . GWD Minden 10 343 : 273 16 : 4
 3 . TV Neuhausen/Erms 10 285 : 255 16 : 4
 4 . DHC Rheinland 10 259 : 231 14 : 6
 5 . TV Emsdetten 11 303 : 287 14 : 8
 6 . HG Saarlouis 11 339 : 349 14 : 8
 7 . DHfK Leipzig 11 316 : 306 13 : 9
 8 . HC Erlangen 11 258 : 257 13 : 9
 9 . SV Post Schwerin 10 283 : 295 11 : 9
 10 . ThSV Eisenach 10 275 : 263 10 : 10
 11 . 1. VfL Potsdam 11 304 : 306 10 : 12
 12 . HSG Nordhorn-Lingen 11 300 : 303 10 : 12
 13 . TSG Friesenheim 10 259 : 280 9 : 11
 14 . SG BBM Bietigheim 11 319 : 329 9 : 13
 15 . ASV Hamm-Westfalen 10 258 : 261 7 : 13
 16 . HC Empor Rostock 10 259 : 307 7 : 13
 17 . TV Bittenfeld 11 303 : 317 7 : 15
 18 . HSG Düsseldorf 11 274 : 291 6 : 16
 19 . TV Korschenbroich 11 303 : 327 5 : 17
 20 . VfL Bad Schwartau 11 292 : 325 4 : 18

Hinweis: Dem DHC Rheinland werden am Saisonende wegen Verstoßes gegen Lizenzierungsauflagen acht Punkte abgezogen.