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1899 Hoffenheim: Die Planspiele des Alexander Rosen

1899 Hoffenheim : Die Planspiele des Alexander Rosen

Hoffenheimer Manager sucht vor allem Verstärkungen im Angriffsbereich.

Wenn Alexander Rosen derzeit auf seine schwierige Arbeit in den kommenden Monaten angesprochen wird, muss der Sportdirektor von 1899 Hoffenheim sofort grinsen. „Diese Fragen werden mir gestellt, seit ich hier bin. Ich habe offensichtlich die ganze Zeit einen ganz schweren Job“, sagte der Manager des Fußball-Bundesligisten zuletzt wieder mit deutlich hörbarer Ironie in der Stimme. Diesmal kamen die Fragen auf, weil Torjäger Sandro Wagner die Kraichgauer wohl im Winter verlassen wird. Den 29 Jahre alten Nationalspieler zieht es als zweiten Mann hinter Robert Lewandowski zu Rekordmeister Bayern München. Die TSG darf sich wahrscheinlich auf mehr als zehn Millionen Euro Ablöse für den Confed-Cup-Sieger freuen.

Sofort wurden Horrorszenarien entworfen: Serge Gnabry ist nur von den Bayern ausgeliehen, Mark Uth wird seinen Vertrag wohl nicht verlängern, und der Kroate Andrej Kramaric ist als WM-Teilnehmer umworben. Wenn es blöd läuft, so die Vorhaltung in Richtung Rosen, stehen die Hoffenheimer im Sommer quasi ohne Sturm da.

Doch der Sportchef ist diese Situation gewohnt. „Als uns Roberto Firmino oder Kevin Volland verlassen haben, kamen doch dieselben Diskussionen auf. Wir stehen in der Transfer-Nahrungskette nun einmal nicht an erster Stelle. Und dennoch haben wir es immer wieder geschafft, Neue zu integrieren oder junge Spieler aus unserem Nachwuchs hochzuziehen“, sagte Rosen gelassen: „Und vielleicht wird die Leihe von Serge verlängert, und Mark bleibt doch.“

Selbst wenn nicht – der 38-Jährige ist vorbereitet. „Ich kann alle beruhigen: Der Schattenkader steht schon“, sagt der ehelamige Saarbrücker. Am Kleingeld für Transfers sollte es nicht scheitern. Schließlich hat die Spielbetriebs GmbH zum zweiten Mal in Folge über 100 Millionen Euro umgesetzt. Aktuell rechnet die TSG aufgrund der Teilnahme an der Europa League mit „signifikanten Zuwächsen“. Die Zeiten, in denen Mäzen Dietmar Hopp die Fußballsparte unterstützen musste, sind zumindest vorerst vorbei.