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Die neue Herausforderung auf der Insel

Die neue Herausforderung auf der Insel

Der FC Bayern verliert ein Herzstück. Bastian Schweinsteigers Wechsel zu Manchester United wühlt die Fans in München auf. Der alternde Star greift noch einmal an. Nüchtern betrachtet macht der Transfer Sinn.

Persönlich "Servus" sagen mochte Bastian Schweinsteiger den aufgewühlten Bayern-Fans nicht. Der in München als "Fußballgott" verehrte Weltmeister war längst in die Zukunft, in seine neue Wahlheimat England und zu seinem neuen Verein Manchester United aufgebrochen. Karl-Heinz Rummenigge musste am Wochenende bei der Teampräsentation des FC Bayern Pfiffe der über 60 000 Anhänger aushalten, als er in der Münchner Arena den spektakulären Blitztransfer verkündete. Nach 17 Jahren und 18 großen Vereinstiteln endete die Ära Schweinsteiger beim deutschen Rekordchampion abrupt.

Schweinsteigers Wechsel vom deutschen zum englischen Rekordmeister erzürnte viele Anhänger. In der nüchternen Betrachtung des Fußballgeschäftes ist es jedoch ein Millionen-Deal, der für alle Partien Sinn ergeben kann. Einem Spieler mit "extremen Verdiensten" habe man den Wunsch für "eine neue Erfahrung, die ihm in seinem Leben gut tun wird", nicht verbauen wollen, begründete Rummenigge: "Wir wären ein bisschen hartherzig, wenn wir dem einen Riegel vorschieben würden."

Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft ist den Lockrufen aus Manchester, wo er wieder mit seinem früheren Förderer Louis van Gaal zusammenarbeiten wird, erlegen. Das Werben schmeichelte einem Mann, der keine Lust auf die Abschiedstour eines alternden Stars in München verspürte, sondern in seinem neuen Leben mit der serbischen Tennis-Queen Ana Ivanovic auch sportlich noch einen neuen Impuls setzen möchte.

Ein Dreijahresvertrag mit einem fürstliches Gehalt (angeblich zehn Millionen Euro im Jahr) soll Schweinsteiger unterschreiben, bevor er schon heute mit den neuen Kollegen wie Wayne Rooney in die USA reisen könnte. Bundestrainer Joachim Löw sieht in Schweinsteigers Wechsel ein starkes Signal für die kommende EM-Saison: "Er kennt Louis van Gaal , der ihn unbedingt haben wollte, das sind gute Voraussetzungen. Ich weiß von ihm, dass er noch große Ambitionen und Ziele hat."

In einem "sehr seriösen und ausführlichen Gespräch" hatte der Ur-Bayer Schweinsteiger Bayern-Chef Rummenigge direkt nach der Rückkehr aus dem Urlaub am Freitag eröffnet, den reizvollen letzten Karriereschritt auf der Insel wagen zu wollen. "Klar und deutlich" habe Schweinsteiger die Bitte formuliert, ein Jahr vor Vertragsende gehen zu dürfen.

Rummenigge zeigte "Verständnis" für das Ansinnen und fand mit den Bossen von ManUnited rasch "eine sehr faire, sehr seriöse Lösung". Die Ablöse wird auf 15 bis 20 Millionen Euro taxiert. Das ist gutes Geld für einen Spieler von fast 31 Jahren, der zuletzt häufig verletzt fehlte, dessen Verlust sportlich verkraftbar sein könnte, aber emotional nachhallen wird. Schweinsteigers langjähriger Weggefährte Philipp Lahm brachte es am besten auf den Punkt: "Er ist ein bayerischer Bua und wird uns fehlen - definitiv", sagte der Kapitän. Ein Herzstück ist weggebrochen im Münchner Starensemble.

Ein Abschied für immer soll es aber nicht sein. Ein großes Abschiedsspiel in der Allianz Arena nach der Karriere wurde Schweinsteiger zugesagt, ebenso ein Gespräch "über eine gemeinsame Zukunft in der zweiten Karriere", wie Rummenigge verriet: "Die Tür ist immer auf!"

In Manchester plant van Gaal Schweinsteiger als neuen Leader ein, und das auf dessen Lieblingsposition zentral vor der Abwehr. Pep Guardiola setzte auch stets auf Schweinsteiger, wenn er gesund und fit war. Ihm bleibt es nun erspart, womöglich eine Ikone häufiger auf die Bank zu setzen. Wobei Rummenigge den Spanier beim Wechsel aus der Schusslinie zu nehmen versuchte: "Dass Basti wegen dem Trainer geflüchtet ist, kann man total vergessen."

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Auf einen BlickPressestimmen aus England zum Schweinsteiger-Wechsel:The Sun: "Harter Bastian wird pures Gold für United sein." The Times: "Vielleicht ist er etwas abgenutzt, aber Schweinsteiger ist genau die Verpflichtung, die United braucht. Manchester bekommt einen Spieler, der fast 31 Jahre alt ist, durch den Krieg gegangen ist und sich noch nicht vollständig vom königlichen Kampf im Maracana erholt hat. Aber er ist ein Anführer, ein Kämpfer, ein Maestro auf der Position, für die sich United so lange schon verstärken musste."The Telegraph: "Er hat nicht die größte Perspektive, aber er ist ein Spieler, der seit 13 Jahren Medaillen sammelt." sid