Die nächste Generation greift an

Die nächste Generation greift an

Carina Witthöft, Annika Beck und Co. stehen noch im Schatten von Andrea Petkovic und Angelique Kerber. Zumindest für eine Spielerin der nächsten Generation sieht Bundestrainerin Rittner jedoch „kein Limit“.

Carina Witthöft war noch fast ein Kind, da prophezeite ihr Bundestrainerin Barbara Rittner bereits eine große Zukunft. Witthöft bringe alle Voraussetzungen mit, meinte Rittner 2009, um eine Topspielerin auf der Damentour zu werden. Heute erkennt die deutsche Tennis-Chefin im Spiel der 20 Jahre jungen Hamburgerin überhaupt "kein Limit" mehr, um schon bald die Weltspitze aufzumischen.

Rittner gerät ins Schwärmen, wenn sie über die Weltranglisten-56. spricht. "Es ist herrlich zu sehen, wie unbeschwert sie spielt", sagte Rittner nach Witthöfts Auftaktsieg bei den French Open in Paris : "Sie hatte sensationelle Monate zuletzt, und sie weiß, was sie will." Witthöfts Weg in die Weltklasse scheint vorgezeichnet, in Runde zwei von Roland Garros kann sie das heute gegen die Ex-Finalistin Sara Errani aus Italien unter Beweis stellen.

Gemeinsam mit Annika Beck, Anna-Lena Friedsam und der laut Rittner "unglaublich talentierten" Antonia Lottner gehört Witthöft zur nächsten Generation deutscher Tennis-Spielerinnen, die irgendwann den ganz großen Titel holen sollen. Das Spitzenduo Andrea Petkovic und Angelique Kerber ist dabei die Messlatte. Petkovic gewann gestern ihr Auftaktspiel gegen Shelby Rogers (USA) locker mit 6:2, 6:1.

Während Witthöft bislang weitestgehend von Rückschlägen verschont geblieben ist, geriet Beck zu Jahresbeginn in die erste Krise. 21 Jahre alt und schon zwei Jahre auf der Tour, blieb der Erfolg plötzlich aus. Zehn Erstrunden-Niederlagen hagelte es in dieser Saison, erst in Paris kehrte Becks Lachen zurück. Bei ihrem Lieblingsturnier in Roland Garros , wo sie 2012 den Juniorentitel gewann, überraschte Beck die langjährige Top-Zehn-Spielerin Agnieszka Radwanska (Polen) in der ersten Runde.

Fed-Cup-Spielerin Julia Görges zog gestern derweil als sechste Deutsche in die zweite Runde ein. Die Weltranglisten-72. aus Bad Oldesloe setzte sich gegen Coco Vandeweghe aus den USA mit 6:2, 5:7, 6:1 durch. In Runde zwei wartet morgen ein größeres Kaliber auf Görges: Sie trifft auf die Weltranglistenfünfte Caroline Wozniacki (Dänemark). Ausgeschieden ist dagegen Qualifikantin Dinah Pfizenmaier (Bochum). Die 23-Jährige unterlag der an Position 32 gesetzten Kasachin Sarina Dijas 4:6, 1:6.

Bei den Männern meisterte der zurzeit formschwache Rekordchampion Rafael Nadal die erste Hürde auf dem langen Weg zu seinem zehnten Titel in Roland Garros ohne Probleme. Der Sandplatzkönig aus Spanien ließ dem 18 Jahre alten Franzosen Quentin Halys beim 6:3, 6:3, 6:4 keine Chance. Nadal gelang der 67. Sieg im 68. Match bei den French Open . Seine einzige Niederlage in Paris liegt sechs Jahre zurück, 2009 verlor er im Achtelfinale gegen den Schweden Robin Söderling . Der deutsche Qualifikant Michael Berrer verlor gegen den Franzosen Jeremy Chardy mit 6:4, 3:6, 4:6, 4:6.

Mehr von Saarbrücker Zeitung