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Die Moral der Roten Teufel

Die Moral der Roten Teufel

Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern kann wohl nur noch Drama: Auch im zweiten Heimspiel lag der FCK hinten, bog aber auch die Partie gegen Braunschweig. Bitter: Abwehrchef Torrejon scheint auch die Biege zu machen.

Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern hat auch in seinem zweiten Heimspiel einen frühen Rückstand noch in einen Sieg umgebogen. Der FCK gewann gestern im Fritz-Walter-Stadion gegen Erstliga-Absteiger Eintracht Braunschweig verdient mit 2:1.

Die Partie begann vor 33 982 Zuschauern furios. Keine drei Minuten waren gespielt, als sich die Pfälzer einen verhängnisvollen Ballverlust in der eigenen Hälfte leisteten. Den folgenden Angriff der Braunschweiger schloss Eintracht-Stürmer Dennis Kruppke per Volleyabnahme zur frühen Gästeführung ab.

Kaiserslautern zeigte sich unbeeindruckt. Einen Abschlag von Sippel verlängerte Routinier Srdjan Lakic per Kopf in den Lauf von Flügelspieler Karim Matmour. Der Algerier traf mit einem platzierten Flachschuss zum Ausgleich (11. Minute). In der Folge blieb der FCK dominant, erzwang mit aggressivem Pressing Braunschweiger Ballverluste, spielte sich gegen tief stehende Gäste aber keine Chancen mehr heraus. Erst zum Ende der ersten Hälfte nahm die Partie wieder Fahrt auf. Für den FCK zielte Mittelfeldspieler Kevin Stöger aus 15 Metern zu hoch (43.). Auf der anderen Seite hatten die Roten Teufel Glück, dass Braunschweigs Mirko Boland frei vor Torwart Sippel die Nerven versagten (44.).

In Durchgang zwei waren keine zehn Minuten gespielt, als der FCK die Partie gedreht hatte. Nach feinem Zuspiel von Marcel Gaus war Matmour im Strafraum der Gäste nur mit einem Foul zu bremsen gewesen - Lakic traf per Elfmeter zur Führung (53.). Die Pfälzer hätten kurz darauf nachlegen können, doch Dominique Heintz setzte einen Kopfball Zentimeter neben den linken Pfosten (60.). Nach 72. Minuten wechselte FCK-Trainer Kosta Runjaic Stürmer Philipp Hofmann ein - und der Neuzugang hätte die Partie postwendend entscheiden können. Doch zunächst scheiterte Hofmann aus kurzer Distanz an Eintracht-Keeper Rafal Gikiewicz (78.), dann köpfte er eine Stöger-Flanke an die Latte (80.).

Die schlampige Chancenverwertung rächte sich nicht - es blieb beim 2:1. Torschütze Matmour sagte: "Es war wichtig, dass wir nach dem Rückstand Moral gezeigt haben. Wir sind ruhig geblieben und haben konzentriert weitergearbeitet. Ich denke, am Ende hat unser Teamgeist den Ausschlag gegeben." Trainer Runjaic zeigte sich ebenfalls zufrieden mit der Leistung seiner Elf, sagte aber auch: "Es darf nicht zu unserem Konzept werden, früh in Rückstand zu geraten und dann erst zurückzukommen." Wermutstropfen für den 1. FC Kaiserslautern : Der Abgang von Kapitän Marc Torrejon zeichnet sich immer deutlicher ab. Der Abwehrchef hat offenbar ein Angebot des SC Freiburg , soll nach SZ-Infos morgen zum Medizincheck des Erstligisten. Runjaic dazu: "Noch ist er nicht weg." Noch nicht.