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| 21:03 Uhr

Saarlouis Royals
Die Mannschaft ist geschockt vom Rauswurf

Hermann Paar (Mitte) wird der Saarlouiser Mannschaft keine Anweisungen mehr geben. Der Verein hat sich von seinem Trainer getrennt.
Hermann Paar (Mitte) wird der Saarlouiser Mannschaft keine Anweisungen mehr geben. Der Verein hat sich von seinem Trainer getrennt. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. Basketball-Bundesligist Saarlouis Royals hat sich von Trainer Hermann Paar getrennt. Sein Nachfolger ist Marc Hahnemann. Von Jonas Grethel

Zwölf Spiele sind gespielt, vier davon gewonnen – der bisherige Meisterschaftskandidat Saarlouis Royals dümpelt in der Basketball-Bundesliga vor sich hin, steht mit Rang neun nicht mal auf einem Playoff-Tabellenplatz. Gestern haben die Royals reagiert und Hermann Paar nach knapp anderthalb Jahren im Cheftrainer-Amt entlassen. In einem Gespräch hätten beide Parteien „nicht zu einer gemeinsamen Zielsetzung“ gefunden, hieß es in einer Pressemeldung des Clubs. Mehr wollten aber weder Vereinsführung noch Ex-Trainer Paar zum Thema sagen – „bezüglich des Gesprächs soll Stillschweigen bewahrt werden“, sagte Pressesprecher Tom Störmer.

Eins steht aber schon jetzt fest. Das Amt des Trainers wird ab sofort Marc Hahnemann übernehmen, der bisher Paars Co-Trainer war und in Zukunft von Angela Tisdale unterstützt wird. Aber auch er wollte sich nicht zu dem Wechsel äußern, der zu einer äußerst turbulenten Zeit kommt.

Mit großen Zielsetzungen gestartet sieht die Situation der Royals momentan nämlich alles andere als rosig aus. Nicht nur sportlich – auch hinter den Kulissen rumorte es während der gesamten Saison immer wieder. Trainer Paar äußerte sich öffentlich mehrfach über das Einmischen des Vorstands in sportliche Angelegenheiten sowie das Fehlen von Neuzugängen, was er als Grund für die sportliche Situation ausmachte. Der Verein wollte davon nichts wissen, der Vorsitzende Marc Tepest widersprach Paar ebenfalls öffentlich. Mittlerweile ist Tepest nur noch Sponsor. Nach dem Abgang von Hauptgeldgeber Dieter Therre vor dieser Saison waren seine Frau und er als Finanziers eingesprungen. Das Budget der Royals scheint überschaubar zu sein. Maaja Bratka und Lee Stringfield, die den Verein mitten in der Saison verließen, wurden nicht ersetzt.

Royals-Spielerin Magaly Meynadier sagt jetzt: „Ich wusste, dass der Verein finanziell nicht der stärkste war, aber den Trainer rauszuschmeißen und das noch so kurz vor Weihnachten – das ist für mich ein Schlag ins Gesicht. Damit hätte ich nie gerechnet.“ Für sie ist der Grund für die Misere in dieser Saison wie für Paar der dünne Kader: „Wenn wir im Training noch nicht mal fünf gegen fünf spielen können, ist das nicht so einfach. Das liegt nicht an der Arbeit vom Trainer – deswegen bin ich ein bisschen sprachlos. Ich hoffe, wir bekommen noch eine Erklärung.“

Die sind die Royals auch der Öffentlichkeit schuldig. Ob die Lösung mit Hahnemann eine langfristige sein soll, wurde nämlich genauso wenig kommuniziert wie der Grund für Paars Abgang. Fest steht: René Spandauw wird nicht neuer Cheftrainer. „Das ist absolut kein Thema“, sagte Tom Störmer mit Blick auf den ehemaligen Saarlouis-Trainer, der vor kurzem in Halle entlassen wurde. Und auch Spandauw selbst betont: „Es gab keinen Kontakt zum Vorstand.“

Wo es für Paar, der auch Bundestrainer ist, weitergeht, ist noch völlig offen. Vielleicht führt ihn sein Weg ja Richtung Wasserburg. Der Serienmeister und Tabellenführer hat seit dieser Woche ebenfalls keinen Trainer mehr. Georg Eichler wurde nach Komplikationen mit der Vereinsführung freigestellt. Für Royals-Spielerin Nadjeschda Ilmberger, die vor der Saison zahlreiche Angebote hatte, wegen der Aussicht auf die Zusammenarbeit mit Paar aber aus Freiburg ins Saarland wechselte, wäre der Wechsel ihres Mentors zu einem anderen Topclub umso bitterer. „Ich hatte mir die Saison anders vorgestellt – dass wir vor Weihnachten ohne Trainer auf Platz neun sind, hätte ich nicht gedacht“, sagt die Nationalspielerin und ergänzt: „Man macht es sich einfach, wenn man dem Trainer die Schuld gibt – wir stehen auf dem Feld und haben die Situation zu verantworten.“ Möglichkeit dazu haben die Royals wieder übernächste Woche, wenn Marc Hahnemann seine erste Einheit leitet.