| 21:00 Uhr

Fußball-WM
Die letzte Chance für Argentinien

St. Petersburg. Alles steht auf dem Spiel: die Karriere von Lionel Messi in der Nationalmannschaft, der Job von Trainer Jorge Sampaoli und die letzte WM-Hoffnung eines ganzen Landes. Mehr Druck, als auf dem bislang so enttäuschenden Anführer Messi und seinen Argentiniern im heutigen Finale der Gruppe D gegen Nigeria (20 Uhr/ARD) lastet, geht wohl nicht.

„Wir sind der Vizeweltmeister, und irgendwann müssen wir es beweisen“, fordert der viermalige WM-Teilnehmer und Wortführer Javier Mascherano nach turbulenten Tagen im Camp der Südamerikaner.


Die letzte Hoffnung, das drohende Debakel mit einem beschämenden Vorrunden-Aus nach einem 1:1 gegen WM-Neuling Island und der 0:3-Demontage durch Kroatien noch abwenden zu können, haben Messi und seine Mitspieler pikanterweise einzig den Nigerianern zu verdanken. Ein Sieg würde reichen, wenn Island zeitgleich nicht gegen Kroatien siegt.

Für die Gauchos wäre es das erste Aus nach der Vorrunde seit 2002, der letzten WM noch ohne Messi. 2018 könnte die letzte WM mit Messi sein. Vor zwei Jahren trat er schon einmal zurück, damals nach dem dritten verlorenen Finale in drei Jahren (WM-Endspiel 2014 gegen Deutschland, Endspiele der Copa América 2015 und 2016 gegen Chile). Dass der am Sonntag 31 Jahre alt gewordene Messi bei einem Aus im Nationaltrikot weitermacht, scheint angesichts seiner eigenen bisherigen Leistung und der höchst angespannten Gesamtstimmung eher nicht vorstellbar.



Nach Berichten über schwere Spannungen zwischen Trainer und Mannschaft bis hin zu einer vorübergehenden Entmachtung von Sampaoli wird jetzt mit Änderungen im Team gerechnet. Im Tor dürfte statt des 36 Jahre alten WM-Debütanten Wilfredo Caballero nach seinem Riesenpatzer im Kroatien-Spiel Franco Armani (River Plate) stehen. Für ihn wäre es sogar die Länderspiel-Premiere. Auch Flügelangreifer Angel di Maria und Mittelstürmer Gonzalo Higuain dürften in die erste Elf rücken.