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Die letzte Chance, die keine richtige ist

Die letzte Chance, die keine richtige ist

Saarbrücken. Paul Rupp, der Vorsitzende des Turn-Bundesligisten TG Saar, und Viktor Schweizer, der Cheftrainer der Bundesliga-Turner, sind Realisten. Deshalb fahren sie mit ihrer Mannschaft am Samstag auch "ohne Illusionen" zum letzten Saisonkampf beim Meisterschafts-Mitfavoriten SC Cottbus.Alles andere als eine klare Niederlage bei Philipp Boy und Co

Saarbrücken. Paul Rupp, der Vorsitzende des Turn-Bundesligisten TG Saar, und Viktor Schweizer, der Cheftrainer der Bundesliga-Turner, sind Realisten. Deshalb fahren sie mit ihrer Mannschaft am Samstag auch "ohne Illusionen" zum letzten Saisonkampf beim Meisterschafts-Mitfavoriten SC Cottbus.

Alles andere als eine klare Niederlage bei Philipp Boy und Co. wäre eine Riesenüberraschung. "Die werden sich von uns sicher nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und garantiert mit den stärksten Leuten antreten", sind der Vorsitzende und der Trainer überzeugt. Ein bisschen Wehmut klingt da schon mit - denn exakt gegen diesen SC Cottbus turnten sich die Saarländer als Vizemeister vor einem Jahr in Heidelberg beim wohl spannendsten Mannschaftsfinale der deutschen Turngeschichte in die Herzen der Fans.

Von Heidelberg, wo am 13. und 14. Dezember die Finalrunde ausgeturnt wird, hatten Eugen Spiridonov und seine Turn-Kumpel auch in diesem Jahr geträumt. Zumindest das kleine Finale war bis zur knappen Niederlage im letzten Heimkampf gegen das Mitteldeutsche TurnTeam Chemnitz/Halle immer in Reichweite. Bis zum letzten Gerät hatten die Saarländer das Rennen in der gesamten Saison immer offengehalten - obwohl die Pechsträhne schon vor dem ersten Kampf begonnen hatte. Paul Rupp erinnert: "Die kompletten Ausfälle von Waldemar Eichorn und Ivan Bykov waren schon kaum zu verkraften. Als sich dann auch noch Anton Fokin gleich bei seiner ersten Saisonübung das Kreuzband im linken Knie riss, hatte ich Angst, dass wir sogar in den Abstiegsstrudel rutschen."

Dass diese Befürchtungen nicht wahr wurden, erklärt Trainer Viktor Schweizer so: "Da hat sich gezeigt, was echter Teamgeist ist und dass wir uns auch auf die zweite Reihe verlassen können." Die Michels-Brüder, Maximilian Rupp, Rohdiamant Philipp Matzke und in der Endphase auch Waldemar Eichorn bei seinen Einsätzen am Boden, stellten immer wieder ihre Bundesliga-Tauglichkeit unter Beweis. Das tat auf Anhieb auch der Fokin-Ersatz Stephan Gorbatchev. Und Eugen Spiridonov sowieso. Der liegt in der Liga-Wertung mit 88 Scorer-Punkten nur knapp hinter dem Cottbuser Frontmann Philipp Boy (90) - eindeutiger Beweis für die Extraklasse und Konstanz des Bousers.

Dass es trotzdem nicht reichen wird, ist in Reihen der TG Saar längst abgehakt. "Wir werden am Samstag versuchen, beim übermächtigen SC Cottbus noch mal einen guten Wettkampf zu turnen und in der nächsten Saison wieder mit Volldampf angreifen", verspricht Mannschaftssprecher Maximilian Rupp. Vater Paul stimmt zu. "Zumal wir, wenn Eichorn, Bykov und Fokin wieder fit sind, insgesamt eine bärenstarke Truppe zur Verfügung haben werden", sagt Rupp und freut sich darüber, "dass uns wohl auch Stephan Gorbatchev wieder zur Verfügung steht."