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Fußball-Bundesliga
Die Leipziger Defensive wackelt bedenklich

Der Leipziger Cheftrainer Ralph Hasenhüttl verlässt den Stadioninnenraum – mit einer Pleite.
Der Leipziger Cheftrainer Ralph Hasenhüttl verlässt den Stadioninnenraum – mit einer Pleite. FOTO: Jan Woitas / dpa
Leipzig. Nach der 1:4-Heimniederlage gegen Leverkusen sorgt sich der Bundesligist um das Weiterkommen in der Europa League.

Die Zeit für die Seelenmassage ist knapp, die Moment­aufnahme spricht auf einmal gegen RB Leipzig. 41 Gegentore und damit fünf Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Bundesliga schon mehr als in der gesamten vergangenen Spielzeit. Die schlechteste Trefferbilanz aller sechs Teams, die um die begehrten drei Plätze hinter Serien-Meister FC Bayern kämpfen: Die erneute Mission Champions League der Leipziger ist in Gefahr.


Eine Trotzreaktion schon morgen Abend im Viertelfinal-Rückspiel der Europa League gegen Olympique Marseille (21.05 Uhr/Sport1) käme zur rechten Zeit, bevor es am Sonntag in der Liga zum SV Werder Bremen geht. „Wir müssen das Spiel nun abhaken, uns auf Donnerstag konzentrieren, um in Marseille ein anderes Gesicht zu zeigen“, sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl nach der 1:4-Niederlage in der heimischen Arena gegen den neuen Tabellenvierten Bayer 04 Leverkusen. RB liegt zwei Zähler schlechter auf dem sechsten Rang. Punktgleich vor RB rangiert auch noch Eintracht Frankfurt. Immerhin: Leverkusen und Frankfurt treffen am kommenden Samstag aufeinander, dasselbe gilt für den Tabellenzweiten FC Schalke 04 und den Dritten Borussia Dortmund am Sonntag.

Leipzigs Problem ist offensichtlich und könnte ausgerechnet in der Schlussphase die Veredelung des zweiten Bundesliga-Jahres von RB verhindern. „Wir können immer Tore machen, dürfen aber nicht so viel zulassen“, sagte Hasenhüttl. Verdient war der Sieg einer von Julian Brandt angeführten, beeindruckend agierenden Bayer-Mannschaft auch in der Höhe. „Wie entfesselt“ habe sein Team nach der Pause aufgespielt, meinte Leverkusens Trainer Heiko Herrlich.

Leipzig hatte dem nichts entgegenzusetzen. Kreativ-Spieler wie Emil Forsberg oder der später auch noch verletzt ausgeschiedene Naby Keita, dessen Einsatz in Marseille trotz einer Hüftprellung nicht gefährdet sein soll, waren neutralisiert. Timo Werner mühte sich, bereitete die Führung durch Marcel Sabitzer (17. Minute) mit vor. Bedenklich war aber vor allem die Defensive, die die Tore von Kai Havertz (45.), Brandt (51.), Panagiotis Retsos (56.) und Kevin Volland (69.) zuließ. Die Außenverteidigermisere – Marcel Halstenberg mit Kreuzbandriss im Januar und Konrad Laimer mit Muskelriss in der vergangenen Woche – machte sich deutlich bemerkbar.

Alle vorherigen Ansagen des Trainer-Teams, um das sich nun neue Spekulationen ranken, halfen nichts. Die sieben RB-Spiele ohne Niederlage dürften nicht über die Probleme im Defensivbereich täuschen. „Ich glaube, dass wir vor dem Spiel sehr kritisch umgegangen sind mit den Jungs, gerade nach dem letzten Sieg gegen Marseille, als wir schon sehr viele Chancen zugelassen hatten. Ich würde mir heute mehr Vorwürfe machen, wenn ich es nicht thematisiert hätte“, sagte Hasenhüttl, dessen Co-Trainer Zsolt Löw laut Medienberichten Wunschkandidat von Thomas Tuchel für ein mögliches Engagement bei Paris Saint Germain sein soll.