| 20:52 Uhr

Basketball
Die Konkurrenz fürchtet den Bart

Oakland. Nicht mehr die Golden State Warriors und die Cleveland Cavaliers sind die Titelfavoriten in den Playoffs der NBA.

Die Ansprüche der Golden State Warriors haben sich in den vergangenen Jahren völlig verändert. Nach vielen Jahren ohne Playoff-Qualifikation gehört das Basketball-Team aus dem kalifornischen Oakland seit fünf Jahren zu den Favoriten um den Titel in der NBA. Nun wollen sie die dritte Meisterschaft innerhalb von vier Jahren klarmachen. Doch einfach wird das nicht: Vor dem Team von Trainer Steve Kerr liegen vier starke Gegner, mindestens 16 Spiele – und einige Fragezeichen.


Zum ersten Mal seit 2014 gehen die Warriors nicht als das beste Team der Vorrunde in die bevorstehenden Playoffs der NBA. Die Mannschaft um die Superstars Stephen Curry und Kevin Durant tat sich die gesamte Vorrunde über schwer, die Intensität und den Fokus der vergangenen drei Spielzeiten aufrechtzuerhalten. Hinzu kommt der Ausfall von Curry, der sich im März am Knie verletzte. „Wir sind absolut in der Lage, auch ohne ihn jeden Gegner zu schlagen“, sagte Trainer Kerr kurz nach der Verletzung des Spielmachers, der 2015 und 2016 als wertvollster Spieler der nordamerikanischen Basketball-Liga ausgezeichnet wurde. Der 30-jährige Curry wird seinem Team zumindest zum Playoff-Auftakt gegen die San Antonio Spurs fehlen. Der vierte Finaleinzug in Serie scheint gefährdet.

In den Spurs wartet in der ersten Runde ein erfahrener Gegner auf den Titelverteidiger. Das Team von Erfolgstrainer Gregg Popovich geht jedoch ebenfalls geschwächt in die Endrunde. Starspieler Kawhi Leonard brachte es aufgrund von Knieproblemen nur auf neun Einsätze in der regulären Saison. Und Spieler wie Tony Parker, Manu Ginobili oder auch Pau Gasol befinden bereits im Spätsommer ihrer Karriere.

Als absoluter Topfavorit auf den Titel gelten die Houston Rockets, die zuletzt 1994 und 1995 triumphierten – als NBA-Legende Michael Jordan einen Abstecher zum Baseball machte und die Chicago Bulls plötzlich verwundbar waren. Das aktuelle Superstar-Duo, bestehend aus James Harden und Chris Paul, verhalf den Rockets zur besten Vorrunde der Vereinsgeschichte: 65 Siege und 17 Niederlagen standen am Ende zu Buche.

Die Erwartungen innerhalb des Teams sind trotzdem noch nicht befriedigt. „Wir haben noch nichts erreicht“, sagte Harden, der die Liga mit einem Punkteschnitt von 30,4 Punkten pro Spiel anführte. Die vollbärtige Urgewalt Harden, dessen Facebook-Profil den Namen „Fear The Beard“ (Fürchte den Bart) trägt, dürfte als bester Spieler der abgelaufenen regulären Runde ausgezeichnet werden.



Im Osten führt auch in diesem Jahr kein Weg an LeBron James und seinen Cleveland Cavaliers vorbei, die schon in der Hauptrunde einmal den Resetknopf drücken mussten. Kurz vor Ablauf der Transferfrist gab der Club drei Topspieler – Isaiah Thomas, Dwyane Wade und Derrick Rose – ab. Es kamen Larry Nance Jr. und Jordan Clarkson. Es wurde besser. So stark wie vor einem Jahr sind die Cavs jedoch nicht mehr – und doch eines der besten Teams aus dem Osten mit einem nach wie vor beeindruckenden „King James“.

Dessen 15. NBA-Saison war die erste, in der er alle 82 Vorrundenspiele absolvieren konnte. „Wir sind eine von 16 Mannschaften, die die Chance haben, eine Meisterschaft zu gewinnen. Mehr kann man nicht verlangen“, sagte James. In der ersten Playoff-Runde kommt es für die Cavs zum Duell mit den Indiana Pacers. Das Topteam der Eastern Conference, die Toronto Raptors mit DeMar DeRozan und Kyle Lowry, muss erst noch beweisen, dass es das Zeug hat, um bis ins Finale vorzudringen.