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Die heimliche Nummer 1

Die heimliche Nummer 1

Monza. Felipe Massa ist der neue Hoffnungsträger im Titelrennen und damit die heimliche neue Nummer 1 bei Ferrari. Der Brasilianer hat Formel-1-Weltmeister Kimi Räikkönen im teaminternen Duell überholt und damit die Hierarchie auf den Kopf gestellt. Noch ziert sich die Scuderia aber, die veränderte Hackordnung öffentlich zu vertreten

Monza. Felipe Massa ist der neue Hoffnungsträger im Titelrennen und damit die heimliche neue Nummer 1 bei Ferrari. Der Brasilianer hat Formel-1-Weltmeister Kimi Räikkönen im teaminternen Duell überholt und damit die Hierarchie auf den Kopf gestellt. Noch ziert sich die Scuderia aber, die veränderte Hackordnung öffentlich zu vertreten. "Wir behandeln beide Fahrer gleich", lautet der offizielle Tenor. Massa hütet sich wohlweislich davor, Ansprüche auf einen "1a-Status" hinauszuposaunen. Der 27-Jährige kann sich auch so sicher sein, dass Ferrari im WM-Zweikampf mit Silberpfeil-Star Lewis Hamilton Prioritäten setzen muss.

Schon beim Großen Preis von Italien am Sonntag (Start: 14 Uhr) in Monza kann Massa zusätzliche Pluspunkte sammeln: Sollte er beim Ferrari-Heimspiel erstmals triumphieren, übernähme er zum zweiten Mal in dieser Saison nach Magny-Cours die WM-Spitze. Ein Sieg ist aber nicht mal unbedingt notwendig: Sobald Massa zwei Zähler mehr als Hamilton holt, kann er dank bislang fünf Siegen an dem McLaren-Mercedes-Mann (vier Siege) vorbeiziehen. Derzeit führt der Brite mit 76:74 gegen den Brasilianer. Der viertplatzierte Räikkönen liegt bereits 19 beziehungsweise 17 Punkte zurück.

"Ein Sieg in Monza und in der WM? Ja, das wäre möglich", sagte Massa im italienischen Fachblatt "Gazzetta dello Sport". Der Südamerikaner geht davon aus, dass die "Roten" die Silberpfeile in den fünf ausstehenden Grand Prix in die Schranken verweisen können. "Ferrari fürchtet sich vor nichts, außer vor der Kälte", versicherte er. "Ich kann Hamilton am Sonntag wieder schlagen."

Schon vor Monza hatte Massa mehrfach betont: "Ich will den WM-Titel." Und so greifbar nah wie dieses Jahr war sein großer Traum noch nie. Auch Michael Schumacher traut seinem früheren Teamkollegen den WM-Coup zu. "Felipe kann es schaffen", sagte der siebenmalige Rekord-Champion.

Obwohl seit dem 1994 in Imola tödlich verunglückten dreimaligen Weltmeister Ayrton Senna kein Landsmann mehr so reelle Titelchancen hatte, herrscht in Brasilien keine "Massa-Mania". Die Formel 1 spielt in der automobilverrückten Nation dieser Tagekaum eine Rolle. Massa will sich mit seinen großen Vorgängern auch gar nicht vergleichen. "In der Nähe von Emerson Fittipaldi, Nelson Piquet oder Ayrton Senna bin ich noch sehr, sehr klein", sagte er. "Wenn ich aber eines Tages ähnlich viel schaffe, werde ich der glücklichste Mensch auf Erden sein." dpa