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„Die Hälfte konnte oder wollte nicht“

„Die Hälfte konnte oder wollte nicht“

Hat der FCK überhaupt die Qualität und das Herz für den Aufstieg in die Bundesliga? Die Zweifel kommen nach dem 2:2 in Karlsruhe sogar aus den eigenen Reihen. Trainer Kosta Runjaic ging mit seiner Mannschaft hart ins Gericht.

Aufsteiger sehen anders aus. Der 1. FC Kaiserslautern hat im Spitzenkampf der 2. Fußball-Bundesliga wieder einmal Punkte liegen lassen. Nach dem 2:2 (0:1) am Samstag im Südwestderby beim Karlsruher SC sprach Trainer Kosta Runjaic seiner Mannschaft teilweise sogar den Willen ab. "Ergebnistechnisch und punktetechnisch können wir nicht zufrieden sein", sagte Runjaic. Und nur die Hälfte habe in der ersten Halbzeit richtig mitgezogen, "die andere Hälfte konnte oder wollte nicht." Wenige Minuten später revidierte der 42-Jährige seine Aussage: "Man sollte nicht immer so viel reden kurz nach dem Spiel. Da habe ich mich vielleicht zu hart ausgedrückt." Aber auch Außenverteidiger Florian Dick räumte ein: "In der ersten Halbzeit hatte man nicht das Gefühl, dass jeder verstanden hat, um was es hier geht."

In der Tat wirkten die Pfälzer lange nicht, als ob sie mit Leidenschaft um den Aufstieg kämpfen würden. "Eine Zumutung" nannte gar der frühere KSC-Trainer Winfried Schäfer den Auftritt des FCK. Am meisten über den vergebenen Sieg ärgerte sich wohl Simon Zoller. Der frühere KSC-Spieler hatte mit seinen Saisontoren 12 und 13 (54./67. Minute) den Spieß nach dem Führungstreffer von Manuel Torres (26.) umgedreht. Doch Dimitrij Nazarow traf in der 89. Minute zum verdienten 2:2, wobei die Gäste damit haderten, dass ihrem Torwart Tobias Sippel durch einen im Abseits stehenden Karlsruher die Sicht versperrt war. "Das fühlt sich ein bisschen wie eine Niederlage an", klagte Zoller: "Als Spitzenmannschaft musst du sowas über die Zeit bringen."

Wie schon im Vorjahr, als der FCK in den Relegationsspielen an 1899 Hoffenheim scheiterte, drohen die für viel Geld verstärkten Lauterern erneut zu scheitern. "Für uns ist es momentan besser, wenn wir nur von Spieltag zu Spieltag schauen", meinte Vorstandschef Stefan Kuntz.