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Die große Überraschung bleibt aus

Die große Überraschung bleibt aus

Berlin. Die Turner der TG Saar haben es nicht geschafft. Im Finale um den deutschen Mannschaftstitel unterlagen sie am Samstagnachmittag vor 1800 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle der KTV Straubenhardt mit 23:39. Auch ohne ihren Star Fabian Hambüchen, der die Saison bereits beendet hatte, erwiesen sich die Badener bei ihrem dritten Titelgewinn stärker

Berlin. Die Turner der TG Saar haben es nicht geschafft. Im Finale um den deutschen Mannschaftstitel unterlagen sie am Samstagnachmittag vor 1800 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle der KTV Straubenhardt mit 23:39.Auch ohne ihren Star Fabian Hambüchen, der die Saison bereits beendet hatte, erwiesen sich die Badener bei ihrem dritten Titelgewinn stärker. Dennoch war der KTV Straubenhardt nicht amüsiert, dass Hambüchen das Finale abgesagt hatte. "Wir planen die nächste Bundesliga-Saison definitiv ohne Hambüchen. Man weiß bei ihm nie, ob und was er macht. Man kann sich auf ihn nicht verlassen", sagte KTV-Trainer Alexej Grigoriev. KTV-Präsident Helmut Riegsinger ruderte allerdings ein wenig zurück: "Bevor wir eine Entscheidung treffen, wollen wir uns mit ihm und seinem Manager zusammensetzen und miteinander sprechen." Ausgang offen.

Solche Sorgen hat TG-Saar-Trainer Viktor Schweizer nicht: "Glückwunsch an Straubenhardt, sie sind ein würdiger Meister, doch auch wir haben unser Bestes gegeben. Das Finale war aber auch für uns ein gelungener Schlussstrich unter eine tolle Saison."

Obwohl das zunächst nicht so ausgesehen hatte: Denn die erste Enttäuschung gab es schon am Boden. Nur Eugen Spiridonov punktete beim 2:7. Waldemar Eichorn, Anton Fokin und Ivan Bykov gingen leer aus. Wie schon im Ligakampf musste Bykov auch in Berlin am Pauschenpferd neu ansetzen. Aber auch sein Gegner Thomas Taranu patzte - kein Punkt für beide. Zuvor hatte Tobias Matzke zwei Zähler gegen Robert Weber verloren. Die TG Saar konterte zunächst, mit Fokin und seinem Vierer gegen Maxim Dewiatkowski. Doch dann holte Marcel Nguyen Eugen Spiridonov drei Punkte ab. 6:12 nach zwei Geräten. Und gar 6:26 nach den Ringen.

Erst im dritten Duell beim Sprung und drei Punkten von Tobias Matzke gegen Andre Schaich durfte auch bei der TG Saar verhalten gejubelt werden. Anton Fokin sorgte danach mit seinem Punkt gegen Anton Wirth für das 10:31. Und plötzlich lief es. Mit dem 5:4 am Barren folgte der erste Geräte-Gewinn. Straubenhardt führte 35:15 vor dem Reck. Endgültig in Ordnung war die Welt für die TG Saar wieder, als Anton Fokin für seine Übung am Königsgerät drei und Waldemar Eichorn als letzter Turner gar fünf Punkte zur 8:3-Gerätewertung und zum Gesamtergebnis von 23:39 beisteuerten. "Ich denke, dass die beiden stärksten Mannschaften heute beste Werbung für den Turnsport gemacht haben", sagte Straubenhardts Trainer Alexei Grigoriev.

Wie alle anderen Turner war auch Eugen Spiridonov erst mal froh, "dass die lange Saison endlich vorbei ist". Auch Sergej Charkov, der 41-jährige Saarländer in Diensten der KTV Straubenhardt, stöhnte: "Ich bin völlig platt." Zurück in die Heimat Usbekistan geht es für Anton Fokin am heutigen Montag. Der 29-Jährige durfte sich über die Ehrung als Top-Scorer der gesamten Liga freuen. Insgesamt holte er in sieben Kämpfen für die TG Saar 121 Punkte. In Berlin kamen noch mal zehn Punkte dazu. Topscorer im Finale wurde Europameister Marcel Nguyen mit 15 Zählern. Fokin verabschiedete sich mit dem Versprechen, wiederzukommen, "wenn man mich braucht und weil ich mich im Saarland einfach wohlfühle", sagte er am Samstag. kk/dpa

Foto: gottschalk/dapd