Die Gesundheit bestimmt den Erfolg

Östersund · Laura Dahlmeier und Simon Schempp sind die Hoffnungsträger der deutschen Biathleten – aber immer wieder von gesundheitlichen Rückschlägen außer Gefecht gesetzt. Sollte das Duo ohne Ausfälle durch die Saison kommen, ist viel möglich.

Weniger Zwangspausen, noch mehr Erfolge: Die Zielsetzung von Simon Schempp und Laura Dahlmeier ist klar formuliert. Die Speerspitze der deutschen Biathleten will endlich eine ganze Saison ohne gesundheitliche Rückschläge absolvieren - "und wenn das gelingt", sagte Dahlmeier vor dem Weltcup-Auftakt in Östersund , "dann ist im Gesamtweltcup automatisch ein vorderer Platz möglich."

Klasse, Talent und Ehrgeiz für große Triumphe sind dafür zweifelsfrei vorhanden - bei Dahlmeier vielleicht sogar noch ein bisschen mehr als bei Schempp. Jeweils fünf Siege haben beide in der vergangenen Saison zu den insgesamt 14 deutschen Erfolgen beigetragen und mit je fünf weiteren Podestplätzen trotz zahlreicher verpasster Rennen die bislang besten Winter ihrer Karriere erlebt. Der Wunsch sei es natürlich, dass es jedes Jahr nach oben geht. "Ich kann es aber nicht garantieren, es ist nicht ganz einfach", sagte Dahlmeier.

Die wichtigste Voraussetzung dafür ist: gesund bleiben. Und da hat die 23-Jährige dem fünf Jahre älteren Schempp noch vor den eröffnenden Mixed-Staffeln an diesem Sonntag (ab 15.30 Uhr/ZDF und Eurosport) schon etwas voraus. Während Dahlmeier die Vorbereitung nahezu problemlos durchziehen konnte, erwischte es Schempp gleich mehrfach.

"Bis zur Deutschen Meisterschaft im September in Oberhof lief alles sensationell gut, aber danach ging die Misere los. Es kamen gleich drei Infekte und die Rippenprellung", sagte Schempp. In den mit Abstand "wichtigsten Monaten der Vorbereitung" musste er ruhen, konnte nichts machen. Vielleicht ist deshalb der Eifer jetzt umso größer: "Ich habe die Tage voll genutzt und will das Beste daraus machen."

Dass er das kann wie kein Zweiter, stellte er bereits unter Beweis. Sechs Rennen hatte der Schwabe in der vergangenen Saison auslassen müssen und dem französischen Dominator Martin Fourcade dennoch lange Zeit einen erbitterten Kampf um die große Kristallkugel geliefert. In einem starken deutschen Team war Schempp der herausragende Skijäger - eine Rolle, die er (unterstützt von den Kollegen) gerne wieder einnehmen würde.

"Ich hoffe natürlich, dass wir an die Leistungen anknüpfen können, denn wir sind weiterhin sehr gut aufgestellt. Die letzte Saison war natürlich schon hervorragend. Da ist die Hoffnung groß, dass diese zumindest annähernd gleich wird", sagte Schempp, der wie Dahlmeier in Schweden nicht in Top-Verfassung starten wird.

Bei Dahlmeier hat dies allerdings andere Gründe, denn Fokus und Formaufbau sind klar auf die WM im Februar in Hochfilzen gerichtet. "Dort will ich gut sein und an die Ergebnisse von Oslo anknüpfen", sagte Dahlmeier mit Blick auf die fünf Medaillen vor gut acht Monaten am Holmenkollen. Eine sorgenfreie Weltcup-Saison, gekrönt von einem formidablen WM-Auftritt? Das würde ihr gefallen. "Biathlon ist mein Traumjob. Und wenn dann tolle Ergebnisse rauskommen, ist das der Lohn für die harte Arbeit", sagte Dahlmeier, die den Schlüssel zum Erfolg genauestens kennt: "Ich will gesund bleiben, das ist ein wichtiges Ziel."

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