Die Gejagten

Saarlouis. Wenn Romy Bär an der fünfte Finalspiel der abgelaufenen Saison in der Damen-Basketball-Bundesliga denkt, gerät sie noch immer ins Schwärmen. "Das war der absolute Wahnsinn", sagt der Kapitän des aktuellen deutschen Meisters und Pokalsiegers Saarlouis Royals

Saarlouis. Wenn Romy Bär an der fünfte Finalspiel der abgelaufenen Saison in der Damen-Basketball-Bundesliga denkt, gerät sie noch immer ins Schwärmen. "Das war der absolute Wahnsinn", sagt der Kapitän des aktuellen deutschen Meisters und Pokalsiegers Saarlouis Royals. "Wir kamen eineinhalb Stunden vor dem Spiel in die Halle zum Warmmachen - und da war schon jeder Sitzplatz besetzt. Die Fans haben uns damals zum Titel mitgezogen."

Gerade fünf Monate ist das her. Ein Erfolg für die Geschichtsbücher des saarländischen Basketballs, doch der zählt vor dem Start zur neuen Saison nicht mehr viel. Nur auf eins müssen sich die Royals vor dem Auftakt beim "Season Opening" in Freiburg, dem Saisoneröffnungsturnier, einstellen: Jetzt sind sie die Gejagten. Das wird gleich im ersten Spiel am Sonntag (13.45 Uhr) gegen den Aufsteiger Rhein-Main-Baskets zu spüren sein. "Nun sind wir grundsätzlich der Favorit, die Mannschaft, die jeder schlagen will", meint Trainer René Spandauw.

Das ist auch etwas, das gerade zu Saisonbeginn durchaus passieren kann. Denn die Vorbereitung der Royals verlief nicht optimal. Zuerst verletzte sich die neu verpflichtete Amerikanerin Krystal Vaughn in den USA und sollte später zum Team stoßen. Nach einer neuerlichen Verletzung musste der Verein reagieren und sie gegen Tyresa Smith austauschen. Die trainiert nun gerade einmal zehn Tage mit der Mannschaft und benötigt noch mehrere Wochen, bis sie vollständig integriert ist. Dazu fallen den Royals mit Isabelle Comteße (Handbruch) und Lina Schiffer (Achillessehnen-Riss) zwei Leistungsträgerinnen mindestens bis Jahresende verletzt aus.

In Anbetracht der zusätzlichen Belastungen durch die Teilnahme am Europapokal (ab 12. November) sieht Romy Bär vor allem in der Personalsituation das größte Problem: "Ich meine, wir haben viele Schülerinnen und Studentinnen in der Mannschaft, da ist das schon nicht einfach. Aber wir haben uns bewusst dafür entschieden, weil wir uns alle dadurch sportlich und menschlich weiterentwickeln können." Allerdings soll es noch genau bis November dauern, bis die Saarlouiserinnen bei 100 Prozent angekommen sind. "Diesen Zeitraum haben wir uns gesteckt, so ist der Plan", erklärt Bär. Gut möglich also, dass es zu Saisonbeginn ein paar unliebsame Überraschungen für den Meister geben wird. "Das müssen wir aber in Kauf nehmen. Wir erwarten nicht, ohne Niederlage durch die Hauptrunde zu marschieren. Wichtig wird es sein, am Saisonende noch Kraft zu haben", fasst René Spandauw zusammen. Denn am Ende wollen die Royals wieder da stehen, wo sie am Ende der vergangenen Saison standen: Ganz oben. In Meisterschaft und Pokal. Vor wieder restlos begeisterten Fans. "Nun sind wir die Mannschaft, die jeder schlagen will."

Royals-Trainer René Spandauw