Die Fußball-Rebellion der Diegos

Madrid · Atlético Madrid ist in Spanien die Überraschungs-Elf. Die Rot-Weißen machten aus dem Duell zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona einen Dreikampf um den Titel. Nun will der Tabellenführer Meister Barcelona aus der Champions League werfen.

Diego Costa ist der Held einer Fußball-Rebellion. Der Torjäger hat mit Atlético Madrid das Kunststück fertig gebracht, den Spitzenclubs Real Madrid und FC Barcelona in Spanien den Titel streitig zu machen. Nun will die Überraschungsmannschaft der Saison der Elf um Lionel Messi in der Champions League den Einzug ins Halbfinale verbauen. "Diego Costa ist die Seele unserer Mannschaft", meinte ein anderer Diego, Atléticos Innenverteidiger Diego Godín, vor dem heutigen Viertelfinal-Hinspiel in Barcelona: "Wenn es in der Mannschaft mal nicht läuft, holt er für uns die Kohlen aus dem Feuer."

Als der eigentliche Vater des Erfolgs beim Tabellenführer der Primera División gilt ein dritter Diego: Trainer Diego Simeone baute eine Mannschaft auf, die unermüdlich rennt, dem Gegner keinen Meter Boden kampflos überlässt und im Angriff auf die Konter mit Diego Costa setzt. "Unsere Stärke ist die Leidenschaft", betonte Kapitän Gabi: "Wir haben einen Erfolgshunger, den die anderen nicht haben."

Ein wenig im Schatten steht der vierte Diego: Der Brasilianer Diego, im Winter vom VfL Wolfsburg zu Atlético zurückgekehrt, konnte sich nicht durchsetzen und ist nur zweite Wahl.

Die Torjäger Diego Costa (25 Liga-Treffer) und Messi (23) haben sich für das Europacup-Duell zwischen dem Ersten und dem Zweiten der spanischen Liga warm geschossen. Beide trafen zuletzt in fünf Spielen in Serie. "Niemand kann sie stoppen", schrieb das Sportblatt "Marca".

Barcelona und Atlético trafen zuletzt zwei Mal im spanischen Supercup und ein Mal in der Liga aufeinander. Alle drei Partien endeten remis. Die Katalanen haben Respekt vor Atlético - aber sie fürchten den Gegner nicht. Vor allem, weil Messi zur Bestform zurückgefunden hat. Er ist der erfolgreichste Torjäger der Rückrunde, und in manchen Augenblicken klappt das Zusammenspiel mit dem brasilianischen Neuzugang Neymar bereits prächtig. Das 4:3 bei Real Madrid und der Gewinn von neun Punkten innerhalb einer Woche stärkten die Moral. Nach der schweren Knieverletzung von Víctor Valdés hat Barcelona aber ein kleines Torwartproblem - zwischen den Pfosten steht nun der 38 Jahre alte José Manuel Pinto.

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