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Olympische Winterspiele in Südkorea
Die Fantastischen Vier und ihre Krönung

An diesem Quartett kommt keiner in der Kombination vorbei: Johannes Rydzek fährt mit der deutschen Fahne ins Ziel, wo seine Mannschaftskollegen Eric Frenzel, Fabian Rießle und Vinzenz Geiger schon warten.
An diesem Quartett kommt keiner in der Kombination vorbei: Johannes Rydzek fährt mit der deutschen Fahne ins Ziel, wo seine Mannschaftskollegen Eric Frenzel, Fabian Rießle und Vinzenz Geiger schon warten. FOTO: dpa / Daniel Karmann
Pyeongchang. Nordische Kombinierer gewinnen bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea auch die Staffel.

Die Jubelpose von Usain Bolt auf dem Podest gelang den deutschen Kombinierern fast so gut wie der Triumphlauf zum Gold-Hattrick. Nach einer weiteren Machtdemonstration gab es beim Sieger-Quartett um Eric Frenzel und Johannes Rydzek kein Halten mehr. „Dass das hier so aufgeht, ist wie ein Traum“, sagte Rydzek, nachdem er mit Frenzel, Fabian Rießle und Vinzenz Geiger souverän den Sieg im Teamwettbewerb bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang geholt hatte.


Das Quartett hatte nach den zwei Einzel-Siegen durch Frenzel und Rydzek den idealen Schlusspunkt unter die Wettkämpfe der Kombinierer gesetzt. „Es waren grandiose Olympische Spiele für mich. Als Sportler träumt man von so etwas“, bilanzierte Frenzel und kündigte an, dass er bis 2022 weitermacht. Im Hintergrund war Bundestrainer Hermann Weinbuch mächtig stolz. „Das war eine Demonstration. Wir wollten zeigen und beweisen, dass wir wer sind und dass wir richtig viel draufhaben“, sagte er nach seiner 49. Medaille bei Winterspielen und Weltmeisterschaften.

Zwei Tage nach dem Dreifach-Erfolg von Rydzek, Rießle und Frenzel im Einzel waren die DSV-Kombinierer auch im Teamwettbewerb nicht zu schlagen. Schon 200 Meter vor dem Ziel bekam Großschanzen-Sieger Rydzek die Fahne mit auf den Weg, Normalschanzen-Olympiasieger Frenzel hatte schon als dritter Läufer den quasi sicheren Triumph bejubelt, der am Ende mit einem Vorsprung von 52 Sekunden auf Norwegen deutlich ausfiel. Dritter wurden die Österreicher, die trotz Führung nach dem Springen schon nach wenigen Kilometern geschlagen waren.



Frenzel, der durch das dritte Olympia-Gold seiner Karriere zu den Rekordsiegern Samppa Lajunen (Finnland), Felix Gottwald (Österreich) und seinem Oberwiesenthaler Vereinskollegen Ulrich Wehling (DDR), aufschloss, übergab mit einer Minute Vorsprung an Rydzek. „Ich hoffe, dass ich weiter sportlich am Ball bleiben kann. Ich würde gerne jeden Wettbewerb bei Olympia einmal gewinnen. Jetzt fehlt mir nur noch die Großschanze“, kündigte Frenzel an. „Von dem her werde ich wohl noch einmal vier Jahre weitermachen müssen“, sagte der 29-Jährige mit Blick auf die Spiele 2022 in Peking.

Gerade für Frenzel war Pyeongchang das Ende eines Tiefs und der Aufbruch zu neuen sportlichen Zielen. Schließlich hatte der fünfmalige Gesamtweltcupsieger im Vorfeld so geschwächelt, wie man es in all den Jahren nicht von ihm kannte. Doch er bekam es rechtzeitig zum Höhepunkt wieder hin und ließ die internationale Konkurrenz ratlos zurück. „Es ist geil, mit so einem Team zu arbeiten“, sagte Weinbuch. Anders als am Dienstag durften diesmal nicht nur der Trainerstab, sondern auch die Sportler bei der Siegersause kräftig mitfeiern und trinken.

„Es ist ein unglaublicher Tag für uns. Nach Sotschi, wo wir knapp geschlagen wurden, ist das etwas ganz Besonderes, was wir sehr genießen. Wir haben uns von nichts ablenken lassen und haben einfach durchgezogen“, sagte Frenzel. „Es ist doch etwas holprig gewesen dieses Jahr, wir haben aber immer an uns geglaubt. Wir haben sehr hart arbeiten müssen. Die Jungs haben uns voll vertraut und sind voll mitmarschiert. Wir sind immer stärker geworden“, meinte Weinbuch und lehnte sich entspannt zurück: „Jetzt brauche ich mir gar nichts mehr zu beweisen. Ich denke, ich habe mir selber bewiesen, dass ich ziemlich gut bin und dass ich Ahnung habe“, sagte der strahlende 57-Jährige.