Die Erwartungshaltung ist enorm

Basel. "Hopp Schwiiz!" Mit dem Heimvorteil als größtem Faustpfand will die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft bei der EM Berge versetzen

 Das Interesse ist riesig, die Erwartungshaltung hoch: Der Schweizer Kapitän Alexander Frei (rechts) steht vor dem EM-Auftaktspiel gegen Tschechien Rede und Antwort. Foto: dpa

Das Interesse ist riesig, die Erwartungshaltung hoch: Der Schweizer Kapitän Alexander Frei (rechts) steht vor dem EM-Auftaktspiel gegen Tschechien Rede und Antwort. Foto: dpa

Basel. "Hopp Schwiiz!" Mit dem Heimvorteil als größtem Faustpfand will die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft bei der EM Berge versetzen. "Wir werden mit Herz auf dem Platz stehen, um etwas Großartiges zu schaffen", versprach Ludovic Magnin, Verteidiger des VfB Stuttgart, vor dem Eröffnungsspiel an diesem Samstag (18 Uhr, live im ZDF) in Basel gegen Tschechien. "Ich hoffe zudem, dass das Publikum uns pusht. Wir müssen nicht Europameister werden, aber wir haben diesen Traum."

Statt ihnen Flügel zu verleihen, könnten die immensen Erwartungen für die Eidgenossen aber auch zum Hemmschuh werden. "Der Druck lastet auf den Schweizern. Wir brauchen uns nicht zu verstecken", meinte Tschechiens Weltklasse-Torwart Petr Cech. "Ein schwieriges Spiel, für uns und für die Schweiz, aber wir wollen kein 0:0. Wir wollen gewinnen", sagte der Keeper des FC Chelsea. Doch die Zeiten des genialen Fußballs, mit dem der Europameister von 1976 und EM-Zweite 1996 noch vor vier Jahren begeisterte, sind vorbei. Stars wie Poborsky, Smicer und Nedved traten zurück. Der Beste der Kreativabteilung, Tomas Rosicky, musste verletzt passen. Zudem hat der 2,02 Meter lange Sturm-Turm Jan Koller (35) seinen Zenit überschritten - und Milan Baros das Toreschießen offenbar verlernt: Der EM-Torschützenkönig von 2004 blieb seit Jahresbeginn für den FC Portsmouth und seit 15 Monaten im Nationalteam ohne Treffer. "Meine Mannschaft ist in keiner Weise schwächer als in Portugal", wehrte Nationalcoach Karel Brückner alle Zweifel ab.

Sicher ist, dass der 68-jährige Trainer-Fuchs weniger auf die Offensivkraft als auf die Defensivstärke mit Zdenek Grygera (Juventus), Tomas Ujfalusi (Florenz), David Rozehnal (Lazio Rom) und Marek Jankulevski (AC Mailand) baut. Nur fünf Gegentore in zwölf EM-Quali-Spielen sind Beleg dafür.

"Sie stellen hinten einen kompakten Block, der für uns schwer zu durchdringen sein wird", weiß Tranquillo Barnetta von Bayer 04 Leverkusen. Viele Torchancen erwartet der 23-jährige Schweizer nicht: "Eine, zwei, kaum mehr. Doch man kann auch mit 1:0 gewinnen." Barnetta gehörte nach einer in der EM-Vorbereitung zugezogenen Fußverletzung zusammen mit dem ebenfalls nicht völlig fitten Abwehrchef Patrick Müller zu den Problemfällen. Beide signalisierten vor dem EM-Start ihre Einsatzfähigkeit. "Ein Erfolg gegen die Tschechen wäre die halbe Miete, um ins Viertelfinale zu kommen", meinte der Schweizer Kapitän Alexander Frei vor seinem 60. Länderspiel. dpa

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