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Die Borussia sieht wieder Licht

 Die Oberliga-Saison läuft für Borussia Neunkirchen bislang hervorragend. Das Team ist Vierter. Foto: Mischa
Die Oberliga-Saison läuft für Borussia Neunkirchen bislang hervorragend. Das Team ist Vierter. Foto: Mischa FOTO: Mischa
Neunkirchen. Gute Nachrichten kommen vom Fußball-Oberligisten Borussia Neunkirchen: Er will bis Monatsende das Insolvenz-Eröffnungsverfahren hinter sich lassen, um dann die Planung der neuen Runde voranzutreiben. Sebastian Zenner

Das Insolvenz-Eröffnungsverfahren, in dem sich der Fußball-Oberligist Borussia Neunkirchen seit April 2015 befindet, steht vor dem Abschluss. Allerdings fehlen dazu zwischen 50 000 und 60 000 Euro, die Martin Bach (Vorsitzender) und Michael Krebs (2. Vorsitzender) zeitnah auftreiben wollen. Die Borussia hat derzeit etwa 250 000 Euro an liquiden Mitteln. Die setzen sich größtenteils zusammen aus einer Spende eines anonymen Fans und einem Zuschuss der Sportplanungskommission zum Kunstrasenbau. Die Gelder stehen aber nur für die Gläubiger zur Verfügung - und nicht für den laufenden Spielbetrieb.

Rückkauf des Stadions?


"Uns ist daran gelegen, dass wir möglichst schnell dem Ende des Insolvenzverfahrens entgegen gehen", stellt Bach klar: "Wenn jeder seine Aufgaben erledigt, ist der 31. Januar realistisch." Das sieht auch Insolvenzverwalter Marc Herbert so. Damit er das Verfahren beenden kann, braucht er zusätzlich zum fehlenden Geld auch die Zustimmung der Gläubiger zur angepeilten 50-Prozent-Rückzahlungsquote. "Mit den Gläubigern, mit denen wir uns einigen konnten, werden wir diese Regelung umsetzen. Mit den Gläubigern, mit denen keine Einigung zustande kam, muss sich der Verein nach dem Abschluss des Verfahrens auseinandersetzen", erklärte Herbert am Freitag nach einem Treffen mit dem Vereinsvorstand. Nach SZ-Informationen muss die Borussia mit dem Finanzamt und der Bundesknappschaft nachverhandeln.

Positive Signale erhält der Verein von neuen Sponsoren. Zuletzt erklärten Globus und Dr. Theiss Naturwaren, den finanziell angeschlagenen Verein vor allem beim Wiederaufbau der Jugendabteilung zu unterstützen. "Wir haben bisher schon viel erreicht. Und in den nächsten Wochen wird in diesem Bereich noch einiges hinzukommen", sagt der zweite Vorsitzende Krebs: "Wir wollen das Sponsoring im Gegensatz zu früher auf mehrere Schultern verteilen. Viele Unternehmen haben uns ihre Unterstützung zugesagt für die Zeit nach dem Insolvenzeröffnungsverfahren."

Auch mit dem Stadion hat der Verein viel vor. "Die Borussia hat der Stadt Neunkirchen klar das Interesse signalisiert, das Stadion zurückkaufen zu wollen", sagt Bach. Der Verein habe bei der Stadt Neunkirchen Unterlagen angefordert, aus denen hervorgehen soll, welche Investitionen notwendig sind, um das Ellenfeldstadion auch künftig als Spielstätte zu nutzen. Kooperationen mit Professor Stefan Maas von der Universität Luxemburg und Professor Rolf Rockenbauch von der HTW Saarbrücken sollen zudem die Sanierungs- und Vermarktungsmöglichkeiten beleuchten. "Wir erhoffen uns neue Ideen, die Kosten sparen und Investoren anzulocken können", sagt Bach. Die Pläne der Firma F&R des früheren Vereinsvorsitzenden und größten Gläubigers, Giuseppe Ferraro, in den Kauf und Umbau des Stadions zu investieren, haben sich wohl erledigt. "Im Moment gibt es dazu keine Gespräche", sagt Bach.

Im Kader tut sich hingegen etwas. Und das, obwohl noch kein Nachfolger für den Anfang November 2015 zurückgetretenen Sportvorstand Adetunji Adeyemi gefunden wurde. Nach dem Abgang von Faruk Ljaic wird auch Djemel N'Ganvala nicht mehr zum Kader gehören. Der Verein kündigte den Vertrag mit dem belgischen Defensivspieler aus disziplinarischen Gründen. Als Ersatz für Angreifer Ljaic wurde Marcel Jung von der U19 der SV Elversberg verpflichtet.

Zukunft von Petry noch offen

"Wir schauen uns den einen oder anderen Spieler an, aber wir müssen nicht tätigt werden. Ich bin mit dem Kader zufrieden", sagt Trainer Michael Petry: "Nach oben geht wohl nichts mehr. Vor uns stehen zwei Teams, gegen die man keine Chance hat. Nach unten dürfte auch nichts anbrennen." Trotz der drohenden Insolvenz überwintert Petry mit seinem Team mit 32 Punkten auf Platz vier.

Ob Petry über das Saisonende hinaus in Neunkirchen bleiben wird, ist noch offen. "Alle Beteiligten müssen zuerst schauen, dass die Insolvenz abgewendet werden kann und dass genügend Geld für die laufende und die Planung der neuen Saison zur Verfügung steht", sagt der 39-Jährige, der mit seinem Team am 22. Januar in die Vorbereitung startet.