Die Borussia ist ihre Schulden fast los

Die Borussia ist ihre Schulden fast los

Traditionsverein Borussia Neunkirchen hat fast seine gesamten Schulden beglichen. Die Vorsitzenden Martin Bach und Michael Krebs sind optimistisch, dass das Insolvenzeröffnungsverfahren bald abgeschlossen werden kann.

Borussia Neunkirchen steht offensichtlich vor dem Abschluss des Insolvenzeröffnungsverfahrens. Fast alle der rund 50 Gläubiger haben vom Fußball-Oberligisten am Freitagvormittag die mit ihnen ausgehandelte Vergleichszahlung von 50 Prozent bekommen. Nicht zugestimmt haben lediglich die Bundesknappschaft, die Berufsgenossenschaft und das Finanzamt. Sie bestehen noch auf die Rückzahlung der vollen Summe. Die Gültigkeit einer angeblich offenen Forderung eines Steuerberatungs-Büros zweifelt der Verein an. Von ursprünglich etwa 450 000 Euro Gesamtschulden sind noch 130 000 Euro übrig.

"Wir werden das Verfahren jetzt nicht abrupt beenden, sondern in den nächsten Tagen noch versuchen, in Gespräche einzutreten und einen sauberen Schnitt vollziehen zu können. Wir sind auf einem guten Weg und kurz davor, das Insolvenz-Gespenst aus dem Ellenfeld zu vertreiben", ist Vereinsvorsitzender Martin Bach zuversichtlich. Bis Ende Januar will der Vorstand den Insolvenzantrag zurücknehmen, womit der Auftrag von Insolvenzverwalter Marc Herbert erledigt wäre. Noch sind die Rückzahlungsquoten mit den verbliebenen Gläubigern nicht ausgehandelt. Es liegt nahe, dass diese höher ausfallen als 50 Prozent: "Die selbe BG verzichtete im vergleichbaren Fall des FSV Salmrohr auf 50 Prozent der Forderungen", merkt Michael Krebs, 2. Vorsitzender der Borussia, an und hofft auf ein Einlenken seitens der Gläubiger.

Das gestern ausgezahlte Geld ging unter anderem an frühere Spieler, Lieferanten und eine Gerichtskasse. Neben einem Großspender, der Ende 2015 einen sechsstelligen Betrag beisteuerte, machten diesen Schritt viele weitere Sponsoren und Gönner möglich. "Natürlich gilt einer Person unser besonderer Dank. Wir respektieren allerdings, dass sie nicht öffentlich genannt werden möchte", sagt Bach.

Mit der Zurücknahme des Insolvenzeröffnungsantrags wäre der Verein wieder handlungsfähig. Sowohl Martin Bach als auch Michael Krebs können sich vorstellen, dem Verein auch darüber hinaus als Vorsitzende zur Verfügung zu stehen. "Man muss erst einmal alles, was in den letzten Monaten passiert ist, sacken lassen. Das hat die ganze Familie viel Kraft gekostet", sagt Bach und ergänzt: "Es macht aber gerade auch mit der aktuellen Mannschaft Spaß und das reizt, den Weg weiter mitzugehen." Michael Krebs sagt: "Ich bin hoch motiviert, nach diesem Verfahren mit ganz anderen Gestaltungsmöglichkeiten weiterzumachen."

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