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Fußball-Bundesliga
Die Bayern liegen Heynckes zu Füßen

Sichtlich gerührt und bewegt nimmt Bayern Münchens Trainer Jupp Heynckes die Huldigungen der Fans entgegen, die den 72-Jährigen für den vorzeitigen Gewinn der deutschen Meisterschaft feiern.
Sichtlich gerührt und bewegt nimmt Bayern Münchens Trainer Jupp Heynckes die Huldigungen der Fans entgegen, die den 72-Jährigen für den vorzeitigen Gewinn der deutschen Meisterschaft feiern. FOTO: dpa / Andreas Gebert
Augsburg. München wird zum 28. Mal deutscher Fußballmeister. Das 4:1 beim FC Augsburg bedeutet den sechsten Titel in Folge.

Polonaise mit Pappschale, Schampus in der Kabine und ein feines Meisteressen im Mannschaftskreis. Stimmungsvoll feierte der FC Bayern mit einer „Party light“ den nächsten Titel, Jupp Heynckes kämpfte nach seiner letzten Meisterschaft mit den Tränen. „Es ist etwas ganz Großartiges. Als Spieler war es für mich der Höhepunkt meiner Karriere“, schwärmte der gerührte Tripletrainer, der sich liebend gerne mit einem Triumph wie 2013 vom FC Bayern verabschieden würde. „Das Karussell dreht sich ja noch weiter, wir wollen ja, wenn es geht, noch etwas mitnehmen dieses Jahr“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit Blick auf Champions League und DFB-Pokal.


Auf der Genussliste des Vorstandschefs standen nach dem 28. nationalen Championat „das eine oder andere Glas Rotwein“ und eine Meisterzigarre. Fein gestylt mit Krawatten und Fliegen ließen die Stars den sechsten Bundesliga-Titel am Stück in einem Nobelrestaurant ausklingen. „Meine erste Meisterschaft war emotionaler, aber dieses ganze Emotionale heben wir uns ja vielleicht dieses Jahr noch auf“, sagte Kapitän Thomas Müller nach dem 4:1 beim FC Augsburg. Der Fokus wurde schnell auf das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Sevilla gelenkt.

Während der Meistergesänge spritzte Müller mit Champagner in der Kabine herum, doch vor der Königsklassen-Aufgabe übertrieben es die Triplejäger nicht. „Wir haben mit Bier angestoßen, und jetzt konzentriert sich die Mannschaft schon wieder auf den Mittwoch. Wir wollen unbedingt ins Halbfinale“, sagte Rummenigge nach dem 2:1 im Hinspiel. Das Finale am 26. Mai in Kiew lockt, das Pokal-Endspiel am 19. Mai in Berlin ist ein weiteres Ziel.

Der mit „Jupp, Jupp, Jupp“-Sprechchören gefeierte Heynckes war besonders bewegt, als er die langjährigen Titelheroen Franck Ribéry und Arjen Robben zu den feiernden Fans geleitete. „Das war auch eine besondere Anerkennung meinerseits. Das sind zwei Spieler, die neun, zehn Jahre im Club sind. Wo gibt es das heute noch?“, sagte der 72-Jährige. Rummenigge machte Ribéry an dessen 35. Geburtstag und dem ein Jahr jüngeren Robben Hoffnung, dass der am Saisonende auslaufende Vertrag verlängert wird. „Nicht viel“ spreche dagegen, sagte der Vorstandschef. Im April will er auch den neuen Trainer verkünden.

Rib & Rob hätten gerne bald Klarheit. „Es ist nicht immer einfach, weil man auch planen muss“, sagte Musterprofi Robben. Ribérys Worte ließen erkennen, dass wieder ein Geist im Starensemble herrscht, wie er die Bayern 2013 zum Königsklassentitel trug. „Wir haben eine super Gruppe“, sagte der Franzose. Mit Championat Nummer acht zog er mit Oliver Kahn, Mehmet Scholl, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger gleich.



Nach dem 0:1 durch ein Eigentor von Niklas Süle, einem von fünf Münchner Meisterfrischlingen, durften die Schwaben auf eine Überraschung hoffen. Doch Corentin Tolisso, James, Robben und Sandro Wagner machten den Titel fix.

Heynckes sandte nach dem Meisterstück auch eine Gratulation an seinen Vorgänger Carlo Ancelotti, von dem er das Amt im Herbst mit fünf Punkten Rückstand auf Dortmund übernommen hatte. „Ich möchte noch einen Gruß nach Italien schicken zu Carlo Ancelotti, der aus meiner Sicht auch Anteil an der Meisterschaft hat“, sagte Heynckes, „er ist für mich ein Gentleman, ein absoluter europäischer Toptrainer und hat meinen allergrößten Respekt für das, was er in seiner Laufbahn erreicht hat.“