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Basketball
Die Bamberger Ära endet mit Tränen

Enttäuschte Gesichter bei den Basketballern von Brose Bamberg: Nach dem Playoff-Aus steht das Team vor einem erneuten Umbruch.
Enttäuschte Gesichter bei den Basketballern von Brose Bamberg: Nach dem Playoff-Aus steht das Team vor einem erneuten Umbruch. FOTO: dpa / Nicolas Armer
Bamberg. Basketball: Nach drei Meistertiteln in Folge erleben die Oberfranken gegen Bayern das Halbfinal-Aus.

Die Ära von Bundesligist Brose Bamberg endete mit einem Fehlpass, einem Konter und etlichen Tränen. Nach dem Halbfinal-Aus gegen Dauerrivale FC Bayern erleben die Basketball-verrückten Oberfranken erstmals nach drei Meisterjahren wieder eine Saison ohne Titel und stehen vor einem Umbruch. Dass der K.o. am Dienstagabend ausgerechnet gegen den Hauptrunden-Primus und Titelfavoriten erfolgte, war kein Trost. Ab Sonntag (15.00 Uhr) treffen die Münchner jetzt in der Finalserie auf Alba Berlin. Nach dem 79:83 (53:38) sagte Geschäftsführer Rolf Beyer: „So, wie die Saison gelaufen ist, kann man nicht zufrieden sein.“


Drei Jahre lang waren die Bamberger das Maß der Dinge hierzulande, mit Trainer Andrea Trinchieri und teils begeisterndem Spiel sorgten sie immer wieder für Furore. Durch den großen Kader-Umbau im Sommer 2017 waren Niveau und Selbstsicherheit bei dem Verein, der zuletzt in acht Jahren sieben Mal Meister war, weg. In der Liga schlichen sich so viele Niederlagen ein, dass Trinchieri im Februar frühzeitig entlassen wurde, als selbst die Qualifikation für die Playoffs in Gefahr war.

Tatsächlich war dem Team um Topscorer Dorell Wright ein famoser Start gelungen, im ersten Viertel führte das Team mit 20 Punkten. Nach der Pause bauten die Hausherren ab, ein 17:0-Lauf der Bayern im Schlussviertel schien für die Vorentscheidung zu sorgen. Dann aber hatten die Bamberger, die fatal viele freie Würfe nicht im Korb unterbrachten, Sekunden vor Schluss die Chance auf den Ausgleich oder die Führung. Ausgerechnet Daniel Hackett als eigentlich zuverlässiger Spielmacher passte den Ball zum Gegner, und Jared Cunningham per unbedrängtem Dunking setzte den Schlusspunkt.

Der frühere NBA-Profi Wright war nach seiner Verpflichtung im Oktober der größte Hoffnungsträger, um eine der vielen Lücken im Team zu schließen. Im Sommer 2017 hatten Daniel Theis und Darius Miller Bamberg in Richtung NBA verlassen, Janis Strelnieks ging nach Piräus, Nicolò Melli zu Fenerbahce. Fabien Causeur wechselte zu Real Madrid und gewann jüngst die Euroleague.

Wie es mit dem aktuellen Team weitergeht, ist offen. Trainer Banchi hat einen Vertrag bis Saisonende plus Option auf eine Verlängerung. Als Bamberg letztmals 2014 das BBL-Finale verpasste, holten die Bosse Coach Trinchieri sowie die Aufbauspieler Brad Wanamaker und Janis Strelnieks und damit den Erfolg zurück nach Oberfranken. Nun sind Beyer und Co. bei der Kaderplanung erneut massiv gefordert.