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2. Fußball-Bundesliga
Die Aufholjagd der Roten Teufel läuft

Groß war der Jubel bei den Spielern des 1. FC Kaiserslautern nach dem 2.1 Sieg in Darmstadt.
Groß war der Jubel bei den Spielern des 1. FC Kaiserslautern nach dem 2.1 Sieg in Darmstadt. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Darmstadt. Noch zu Beginn des Monats stand der 1. FC Kaiserslautern abgeschlagen am Tabellenende. Nach dem Sieg in Darmstadt fehlt nicht mehr viel bis zum rettenden Ufer.

Kurz nach dem so wichtigen Sieg in Darmstadt blinkten bei einigen Entscheidungsträgern des 1. FC Kaiserslautern die Handys. Einer der ersten Gratulanten war Ex-Trainer Jeff Strasser. Dieses Kellerduell der 2. Fußball-Bundesliga musste am Mittwochabend wiederholt werden, weil Strasser vier Wochen zuvor bei der ersten Auflage mit Herzrhythmusstörungen ins Krankenhaus kam. Das Spiel wurde damals abgebrochen – acht Tage später übernahm Michael Frontzeck den FCK.


Seitdem erholt sich der eine Trainer von diesem medizinischen Notfall – und der andere führt den Tabellenletzten von Sieg zu Sieg. „Wir sind wieder da“, sagte Torwart Marius Müller nach dem 2:1 (1:0) beim Vorletzten Darmstadt 98. Sollten die „Roten Teufel“ am Samstag in Aue gewinnen, könnten sie zum ersten Mal seit dem dritten Spieltag wieder die Abstiegsplätze verlassen.

Der viermalige deutsche Meister mag ein notorischer Krisenherd sein. Er verschleißt seit Jahren sein Personal, er gibt ständig mehr Geld aus, als er auf dem Konto hat. Und niemand weiß genau, ob er überhaupt die Lizenz für die 3. Liga bekommen würde, falls er im Mai tatsächlich zum ersten Mal aus dem Profifußball absteigen sollte. Aber eines wurde in Darmstadt auch deutlich: Dieser Club lässt viele Menschen einfach nicht los.



Nicht nur Strasser und etwa 3000 mitgereiste Fans zitterten bei diesem Abstiegskampf-Duell am Böllenfalltor mit. Auf der Tribüne stand auch der langjährige Lauterer Torjäger und Vorstandschef Stefan Kuntz, der bei seinem Herzensverein 2016 vom Hof gejagt wurde und jetzt die deutsche U21 trainiert.

Nach dem Spiel erklärte Marius Müller, wie Trainer Frontzeck die Mannschaft motiviert habe. „Er hat uns die Tabellen der vergangenen Wochen in die Kabine gehängt“, sagte der Torwart. „Anfang des Monats lagen wir noch zehn Punkte hinter Darmstadt, vor diesem Spiel waren es vier, jetzt ist es nur noch einer.“ Frontzeck wiederum lobte die Mannschaft für ihren klaren Kopf. „Es ist nicht ganz leicht, Woche für Woche mit dem Rücken zur Wand zu stehen und diese Leistungen abzurufen“, sagte der 53-Jährige. „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich von der Mannschaft sehe.“ Frontzeck strahlt mit der Erfahrung von mehr als 30 Jahren im Profifußball und vier Trainerstationen in der Bundesliga eine sehr hilfreiche Ruhe aus. Auch die Routine der drei Wintertransfers Jan-Ingwer Callsen-Bracker (33), Halil Altintop (35) und Ruben Jenssen (29) verhilft dem Team zu neuer Stabilität – und die Anhänger schöpfen wieder Hoffnung.