Die Allzweckwaffe

Saarbrücken. Gestern spendierte Betreuer Helmut Schwan den Spielern des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken ein zünftiges Weißwurst-Frühstück - Schwan feierte seinen 75. Geburtstag vom vergangenen Freitag nach. "Perfekt", freute sich der gebürtige Franke Manuel Stiefler. "Das ist ein Stück Heimat für mich

Saarbrücken. Gestern spendierte Betreuer Helmut Schwan den Spielern des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken ein zünftiges Weißwurst-Frühstück - Schwan feierte seinen 75. Geburtstag vom vergangenen Freitag nach. "Perfekt", freute sich der gebürtige Franke Manuel Stiefler. "Das ist ein Stück Heimat für mich."

Über die Jahre gereift

Im vergangenen Herbst verlegte auch Stieflers Freundin Sina ihren Lebensmittelpunkt ins Saarland und trat in Saarbrücken eine Stelle als Physiotherapeutin an. "Wir fühlen uns hier sehr wohl", sagt Stiefler, "haben viele Freunde hier". Der Mittelfeldspieler kam vor drei Jahren vom 1. FC Nürnberg II zum FCS - und wirkte damals noch reichlich grün hinter den Ohren. "Ich fühle mich mittlerweile gereift", sagt Stiefler heute. "Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen. Auf und neben dem Sportplatz."

Am Samstag beim 3:3 bei Preußen Münster konnte sich davon jeder überzeugen. Nicht nur, weil er mit seinen Treffern zum 1:3 und 3:3 entscheidenden Anteil am Punkt hatte. "Das war vielleicht der emotionalste Moment dieser Saison für mich", gewährt der 24-Jährige einen Einblick in sein Gefühlsleben. "Es fiel die ganze Last ab. Ich war voller Adrenalin und wollte nur noch zu den Fans feiern." Dabei hatte er eigentlich Mannschaftskollege Marcel Sökler den ersten Jubel versprochen, "weil er mir vor jedem Spiel Mut macht".

Gegen Münster begann Saarbrückens "Allzweckwaffe" im defensiven Mittelfeld, später spielte er zentral hinter den Spitzen. "Die Umstellung haben wir im Spiel intuitiv gemacht, da gab es kein Kommando von außen. Letztes Jahr habe ich auf insgesamt sechs Positionen gespielt, sogar Verteidiger", erzählt Stiefler. "Natürlich spiele ich dort, wo der Trainer mich hinstellt. Aber ich sehe auch, dass zentral die Positionen sind, auf denen ich meine Stärken im Spiel besser zur Geltung bringen kann." Eine klare Ansage und auch Zeichen des Reifungsprozesses.

Ob diese Entwicklung beim FCS weitergehen wird, ist offen, denn Stieflers Vertrag läuft aus. "Die Gespräche sollen ja in den nächsten zwei Wochen beginnen", sagt der Franke. "Natürlich spielt die Position, die ich einnehmen soll, eine Rolle bei der Entscheidung. Und ich möchte wissen, welche Ziele der Verein hat."