DHB-Pokal: HSG Marpingen-Alsweiler schlägt Dachau nach Krimi mit 26:24

DHB-Pokal : Moskitos fliegen zum ersten Saison-Sieg

Handball-Drittligist HSG Marpingen-Alsweiler schlägt Dachau im DHB-Pokal knapp. In Runde zwei geht es nach Sinzheim.

Zwei Minuten vor Schluss erheben sich die Zuschauer von ihren Plätzen und beklatschen den ersten Pflichtspiel-Erfolg in der neuen Spielrunde. Zu diesem Zeitpunkt ist klar: Nach einem echten Krimi ziehen die Handballerinnen von Drittliga-Aufsteiger HSG Marpingen-Alsweiler in die zweite Runde des DHB-Pokals ein. Mit 26:24 (14:11) besiegen sie am Ende einer intensiven Partie vor 250 Zuschauern den ASV Dachau aus der 3. Liga Gruppe Süd.

 „Das ist ein guter Einstieg in die neue Saison“, freut sich Neuzugang Linsey Houben über den Erfolg. Trainer Jürgen Hartz sprach von einem schwierigen Spiel, aus dem seine jungen Akteurinnen nun ihre Erfahrungen mitnehmen müssten.

Die Anfangsphase dominierten die Gäste aus Bayern und stellten mit ihrem schnellen und gut strukturierten Angriffsspiel die HSG vor Probleme. „Als wir in der Abwehr das Spiel unter Kontrolle bekommen haben, war das der Knackpunkt“, meinte Houben später.

Doch das dauerte. Zunächst wogte die Partie hin und her. Dachau führte, Marpingen konterte. Im Angriff schloss Joline Müller drei Würfe aus dem Rückraum erfolgreich ab. Michelle Hartz glich zum 4:4 aus (13. Minute), und der feine Heber von Kim Lopez landete zum 5:5 im Netz. Darauf traf jedoch Dachau dreimal in Serie. Die Folge: Nach 20 Minuten bat Hartz seine Akteurinnen zur Auszeit, der Trainer hatte Gesprächsbedarf.

 Und seine Ansprache fruchtete: Neben Müller setzte sich nun Kreisspielerin Anna Bermann in Szene und brachte die Moskitos mit zwei Toren heran. Jetzt funktionierte der Angriffsmotor und der Ball lief besser. Carolin Wegmann spielte Bermann zwei Traumpässe in die Hände – und die Partie war gedreht. Mit einer 14:11-Halbzeitführung ging die HSG in die Kabine.

Im zweiten Durchgang hielten die Moskitos den Gegner phasenweise mit zwei, drei Toren auf Distanz. Zu wenig Torgefahr kam allerdings von der rechten Angriffsseite. „Bisher habe ich sehr wenig auf dieser Position gespielt. Dafür hat Joline auf der anderen Seite toll getroffen“, sagte Rückraumspielerin Houben.

 Einmal wurde es dann aber noch eng. Dachau war auf 23:24 rangekommen – und ein Siebenmeter von Joline Müller knallte von Innenpfosten zu Innenpfosten – und flog dann wieder aus dem Tor. Pech – aber nicht nur. Insgesamt vier Strafwürfe von Müller und Michelle Hartz schafften nicht den Weg in den Gästekasten. Beim insgesamt sechsten Versuch holte sich Houben den Ball und erzielte mit dem Tor zum 25:23 die Vorentscheidung. Danach setzte Dachau alles auf eine Karte, scheiterte aber an Moskitos-Torfrau Carina Kockler. Vor ihr in der Deckungsreihe machte Houben wie ein Schraubstock die Gegenspielerinnen fest. Als sich dann ein erneuter Heber von Rechtsaußen Lopez zum 26:23 ins Tor senkte, war das Ding gelaufen (56. Minute).

„Wir haben nun die Chance, im Pokal auf einen großen Gegner zu treffen, das wäre dann ein Bonus für uns“, freute sich Trainer Hartz nach dem Sieg. Die Hoffnung auf einen Bundesligisten aber sollte sich nicht erfüllen. Am 5. oder 6. Oktober muss sein Team bei Südbadenligist BSV Phönix Sinzheim antreten. Das ergab die Auslosung zur zweiten Runde gestern in der Dortmunder DHB-Geschäftsstelle. Das erste Spiel in der 3. Liga bestreiten die Moskitos am 14. September, 20 Uhr, in der Marpinger Sporthalle gegen den TSV Bayer Leverkusen II.

Die Tore für die HSG Marpingen-Alsweiler: Joline Müller 9/1, Anna Bermann 7, Johanna Brennauer 3, Kim Lopez, Michelle Hartz je 2, Maike Lehnen, Denise Jung je 1, Linsey Houben 1/1.

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