DFB-Pokal: Fortuna Düsseldorf hat Respekt vor dem 1. FC Saarbrücken

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach der Auslosung des DFB-Pokal-Viertelfinales : Die Fortuna hat Respekt vor dem Pokalschreck

Nicht nur für Aufsichtsrat Wolfgang Seel ist das DFB-Pokal-Viertelfinale des 1. FC Saarbrücken gegen Düsseldorf ein besonderes Spiel.

Nach der Auslosung des DFB-Pokal-Viertelfinales war die Stimmung beim 1. FC Saarbrücken am Montag ausgelassen. „Gegen den 1. FC Köln haben wir mit dem Ex-Kölner Dirk Lottner gewonnen. Gegen den KSC mit dem Ex-Karlsruher Lukas Kwasniok. Vielleicht sollten wir gegen die Fortuna kurzfristig Friedhelm Funkel als Trainer verpflichten“, scherzte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Meiko Palm zum kommenden Gegner Fortuna Düsseldorf. „Zu meiner Zeit in der Kurve hatten wir eine echte Fanfreundschaft mit den Fortunen, und ich freue mich, den ein oder anderen wiederzusehen. Aber eigentlich hätte ich sie lieber in Berlin getroffen“, meinte Palm.

Ein anderer Funktionär des Tabellenführers der Fußball-Regionalliga Südwest ist in Düsseldorf eine Pokallegende. An Palms Aufsichtsratskollegen Wolfgang Seel haben sie beim Bundesligisten Fortuna beste Erinnerungen. Wer in der Altstadt glaubhaft nachweisen kann, den mittlerweile 71-jährigen Ex-Nationalstürmer persönlich zu kennen, muss bis heute sein Altbier nicht selbst bezahlen. „Mein 1:0 gegen Hertha BSC Berlin im Pokalfinale 1979 wurde später zum Tor des Monats gewählt“, erinnert sich Seel, der damals einen Rückpass vor Hertha-Schlussmann Norbert Nigbur wegspitzelte und in der Verlängerung aus spitzem Winkel das Siegtor markierte. „Natürlich sehe ich das Spiel meiner beiden Vereine gegeneinander mit gemischten Gefühlen. Aber ich freue mich auch so richtig darauf“, sagt Seel.

In der Stadt mit der längsten Theke der Welt sieht man das Los auch mit gemischten Gefühlen. Einerseits ist eine Partie gegen einen Regionalligisten sicher von der Papierform der einfachste Weg ins Halbfinale, andererseits birgt er das größtmögliche Blamage-Risiko für die mitten im Abstiegskampf steckende Fortuna. „Wir sollten im Kopf haben, dass der 1. FC Saarbrücken bisher unter anderem den 1. FC Köln und den Karlsruher SC aus dem Wettbewerb geworfen hat. Auch die Saarbrücker Leistungen in der Regionalliga sind bisher sehr stark“, sagt Sportdirektor Lutz Pfannenstiel. Trainer Uwe Rösler spricht von einer „schwierigen Aufgabe“, vor der er „großen Respekt“ habe.

Sein Saarbrücker Kollege Kwasniok nimmt das Los Düsseldorf leichter zur Kenntnis: „Als Regionalligist ist die Chance auf ein Weiterkommen gegen einen Bundesligisten rational betrachtet gering. Aber vielleicht ist sie gegen Düsseldorf ein klein wenig größer als gegen Bayern oder Schalke.“ Ob er gegen die Rheinländer auch schon eine Überraschung im petto hat wie gegen den KSC, als er Innenverteidiger Steven Zellner in den Angriff beorderte, verrät Kwasniok natürlich nicht. „Ich hatte das nur mit Zellner besprochen, und auch die Mannschaft hat es erst im vorletzten Training erfahren. Es ist immer mal möglich, einen Spieler auf einer Position zu bringen, wo ihn die Zuschauer nicht unbedingt erwarten.“

Der aktuelle Rummel um das Pokal-Viertelfinale stört Kwasniok gar nicht. Auch nicht im Hinblick auf den Restrundenstart am Samstag, 22. Februar (14 Uhr), beim Tabellenzwölften FSV Frankfurt. „Man kann den Fokus nicht unbegrenzt auf ein Spiel richten, dann wird man bekloppt“, sagt der Fußball-Lehrer, „aber wir wissen auch, dass wir vor Düsseldorf zwei wichtige Spiele in der Liga haben werden. Und auch da werden wir versuchen, körperlich und mental auf den Punkt bereit zu sein. So wie es uns gegen den KSC gelungen ist.“

Ob das Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion den Ansprüchen einer eventuellen Live-Übertragung im Fernsehen standhält, wird geprüft. „Wären wir damals der Idee einiger weniger gefolgt und hätten in Köln gespielt, bräuchten wir uns heute sicher nicht über Düsseldorf zu unterhalten“, sagt Schatzmeister Dieter Weller. Er ergänzt: „Völklingen ist uns vertraut, wir haben dort einen Heimvorteil. Und es gibt im Saarland keine andere Möglichkeit, weil wir wegen des vermehrten Aufwands andernorts auch nicht mehr verdienen würden.“