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Fußball
DFB-Jugendleiter mahnt ständige Entwicklung an

Berlin. Der deutsche U-Nationalmannschaftsleiter Meikel Schönweitz hat nach den jüngsten Erfolgen eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Nachwuchsarbeit im Deutschen Fußball-Bund angemahnt. „Wir befinden uns in einer trügerischen Phase. Wir sind Weltmeister, U21-Europameister und haben uns mit den U-Nationalmannschaften für die letzten 15 Endturniere durchgehend qualifiziert“, sagte Schönweitz. „Erfolg ist aber das Ergebnis eines Prozesses, und dieser Prozess bedarf einer ständigen Anpassung.“

Das deutsche System sei gut und funktioniere, man müsse aber auf veränderte äußere Einflussfaktoren reagieren, forderte er. Der Nachwuchsfußball habe sich „rasant professionalisiert, was auch finanzielle Auswirkungen hat“, erläuterte Schönweitz. Dazu kämen Veränderungen in der Gesellschaft, etwa bei Werten und Lernmethoden, sowie die Weiterentwicklung anderer Nationen. Deshalb „müssen auch wir unser System immer weiterentwickeln, neue Wege gehen, vielleicht an der einen oder anderen Stelle anders gewichten“, forderte Schönweitz, der die U19 trainiert.


Englands Nachwuchsteams hatten 2017 drei von fünf Titeln gewonnen. Die Engländer hätten einen riesigen Pool von Toptalenten und in die richtigen Themen investiert. Der immer früher beginnende Kampf um die Talente erschwert die Nachwuchs-Arbeit nach Ansicht von Schönweitz enorm. „Fakt ist, dass sehr viele Einflüsse auf die Jungs einströmen“, sagte er. „Es fällt immer schwerer, sich frei zu entwickeln und demnach auch immer schwerer, das mögliche Potenzial komplett auszureizen.“