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Deutschland-Rallye muss um WM-Status bangen

Rallye : Deutschland-Rallye muss um WM-Status bangen

Wie geht es mit der Deutschland-Rallye weiter? Diese Frage wird wohl am morgigen Dienstag, 27. August, entschieden. Dann möchte der Weltverband FIA den Kalender für die kommende Saison verabschieden.

Ob die Deutschland-Rallye erneut den Status als Weltmeisterschaftslauf erhält, ist unklar. „Wir wissen es nicht. Die Chancen stehen 50:50“, heißt es hinter vorgehaltener Hand beim ADAC. Offiziell möchte niemand was sagen.

Klar ist: Das Präsidium des ADAC hat beschlossen, die Rallye bis 2020 zu organisieren. Ob sie dann aber ein WM-Lauf ist, entscheiden letztendlich der Weltverband FIA und der Vermarkter der Rallye-Weltmeisterschaft. Ein erster Kalender-Entwurf des Vermarkters wurde im Juni von der FIA abgelehnt. In diesem Entwurf war Deutschland nach SZ-Informationen nicht aufgeführt.

Das Problem für Deutschland: Promoter wie FIA wollen, dass die Weltmeisterschaft auch in der ganzen Welt stattfindet. Daher sollen im kommenden Jahr die „Safari-Rallye“ in Kenia und – auf Drängen von Toyota – eine Rallye in Japan in den Kalender aufgenommen werden.

Da die Zahl der WM-Läufe bei 14 blieben soll, müssen zwei bestehende Rallyes weichen. Europäische Rallyes. Die Veranstalter der Rallye Korsika haben bereits das Handtuch geworfen und für 2020 ihren Verzicht erklärt. Der andere Streichkandidat dürfte entweder Deutschland oder die Türkei sein. In der Türkei gab es zuletzt offenbar Probleme mit der Finanzierung, doch die sollen nun gelöst sein.

FIA-Präsident Jean Todt hat die Idee eines Rotationsprinzips ins Spiel gebracht. Danach soll jeder Lauf zweimal in zehn Jahren aussetzen. Beim ADAC könnte man sich eine solche Lösung durchaus vorstellen. „Wenn es dann in dem Pausen-Jahr einen EM-Lauf gibt, könnte man die Organisationsstrukturen aufrecht erhalten – und vielleicht in dem etwas abgespeckten Rahmen ein paar neue Dinge ausprobieren“, sagt ein ADAC-Mann. 2009 hatte die Deutschland-Rallye schon mal ein Jahr Pause gemacht.

Schade wäre es dennoch, zumal die Rallye in diesem Jahr so gut ankam wie selten – sowohl bei den Fans als auch bei den Fahrern. Lediglich die erneut schwach besuchte Startzeremonie stieß auf Kritik. Ansonsten aber gab es viel Lob für die Wertungsprüfungen und die Organisation. Das aber spielt bei der Aufstellung des Kalenders keine Rolle. Der ist eine politische Entscheidung. Qualitäts-Kriterien spielen eine untergeordnete Rolle.