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Wintersport
Deutsche Wintersportler in Olympia-Form

Skirennfahrer Stefan Luitz jubelt über Platz zwei im Riesenslalom von Val d’Isere – der 23-Jährige gilt bereits als Medaillenkandidat für Olympia.
Skirennfahrer Stefan Luitz jubelt über Platz zwei im Riesenslalom von Val d’Isere – der 23-Jährige gilt bereits als Medaillenkandidat für Olympia. FOTO: dpa / Alessandro Trovati
Die Winterspiele können kommen: Erfolge im Ski alpin, Skispringen und Eiskunstlauf machen Lust auf die Wettkämpfe in Südkorea.

EISKUNSTLAUF: Die Konkurrenz deutlich distanziert und den Anspruch auf den Olympiasieg untermauert: Mit der bislang besten Kür ihrer Karriere sind die Paarläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot für die Winterspiele im Februar in Pyeongchang in die Favoritenrolle geschlüpft. Die Oberstdorfer gewannen das Grand-Prix-Finale in Nagoya mit einem fulminanten Programm und rissen die Fans in Japan zu Beifallsstürmen hin. Sogar die aktuellen Weltmeister Sui Wenjing und Han Cong aus China sowie die ehemaligen WM-Goldmedaillengewinner Meagan Duhamel und Eric Radford aus Kanada waren letztlich weitgehend chancenlos. „Es war ein gutes Training für Olympia, hier waren die besten sechs Paare der Welt dabei“, meinte Massot.


SKI ALPIN: Felix Neureuther ist seit zwei Wochen verletzt (Kreuzbandriss) – doch die deutschen Skirennfahrer sind im Olympia-Winter so gut wie seit Jahren nicht mehr. „Ich bin froh, dass wir die Lücke ein bisschen schließen konnten“, sagte Stefan Luitz am Samstag in Val d‘Isère – nachdem er auf einer der schwierigsten Strecken im Weltcup mit Rang zwei hinter Sieger Alexis Pinturault aus Frankreich seinen zweiten Podestplatz binnen einer Woche perfekt gemacht hatte. Noch überraschender war der sensationelle sechste Platz von Alexander Schmid. Das beste Ergebnis seiner Weltcup-Karriere war gleichbedeutend mit der direkten Qualifikation für die Winterspiele. Diese schaffte gestern im Slalom auch Fritz Dopfer, der Siebter wurde. Weil das Wetter im sonnenverwöhnten St. Moritz nicht mitspielte, kamen die Frauen um Viktoria Rebensburg nur zu einem Rennen am Wochenende. Der sechste Platz im Super-G reichte der deutschen Topläuferin aber, um zuversichtlich zum nächsten Weltcup nach Val d’Isère zu reisen.



SKISPRINGEN: Richard Freitag hat beim Heim-Weltcup in Titisee-Neustadt seinen zweiten Saisonsieg gefeiert. Der Sachse setzte sich gestern Abend in dem auf einen Durchgang verkürzten Wettkampf vor Teamkollege Andreas Wellinger und dem Norweger Daniel Andre Tande durch und baute seine Führung im Gesamtweltcup aus. Für Freitag war es der siebte Weltcup-Sieg seiner Karriere, schon am vergangenen Wochenende in Nischni Tagil hatte er hinter Wellinger für einen deutschen Doppelsieg gesorgt. Drei Wochen vor der Vierschanzentournee gehören die beiden nun endgültig zum engsten Favoritenkreis. Im Teamwettbewerb am Samstag war das überragende Traumduo nicht genug. Es reichte mit 1054,7 Punkten nur zu Rang drei hinter Norwegen (1083,6) und Polen (1082,8).

BIATHLON: Angeführt von Schlussläuferin Laura Dahlmeier haben die deutschen Biathletinnen das erste Staffelrennen des Olympia-Winters gewonnen. Beim Weltcup in Hochfilzen feierte das Weltmeister-Quartett mit Vanessa Hinz, Franziska Hildebrand, Maren Hammerschmidt und Dahlmeier saisonübergreifend den sechsten Sieg in Serie und unterstrich die Ambitionen auf die Goldmedaille in Pyeongchang. Für Dahlmeier war es nach ihrer Erkältungs-Pause zum Auftakt in der Vorwoche in Östersund erst das dritte Rennen in dieser Saison. Die Männerstaffel mit Erik Lesser, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Simon Schempp belegte hinter Norwegen Rang zwei. In den Verfolgungsrennen am Samstag waren Schempp (Platz vier) und Dahlmeier (Rang zehn) die besten Deutschen.

BOB: Die deutschen Viererbobs haben den ersten Dreifachsieg im Weltcup seit zwei Jahren gefeiert. Beim ersten Heimrennen der Saison in Winterberg setzte sich gestern Weltmeister Johannes Lochner vor Nico Walther und Francesco Friedrich durch. Im vierten Vierer-Weltcup des Winters war es der dritte Sieg eines deutschen Schlittens. „So ein Erfolg gibt Selbstvertrauen in Richtung Olympia“, sagte Lochner. Am Samstag bescherte Stephanie Schneider den deutschen Frauen den ersten Weltcup-Sieg seit fast drei Jahren, Mariama Jamanka wurde Dritte. Und im Zweier der Männer fuhr Friedrich auf Platz zwei.

RODELN: Knapp zwei Monate vor den Winterspielen hat sich Felix Loch zum Olympia-Favoriten aufgeschwungen. In Calgary holte er den dritten Sieg im fünften Rennen. Und die Konkurrenz? Schaut hinterher. Das war aber trotz seiner Heimsiege im Sprint von Winterberg und im „richtigen“ Weltcup von Altenberg nicht zu erwarten. Natalie Geisenberger kassierte in Calgary eine Niederlage gegen ihre Dauerrivalin Tatjana Hüfner. Die siegte auf der Olympia-Bahn von 1988 vor der Lokalmatadorin Alex Gough. Geisenberger, die zuvor bereits drei Saisonrennen gewonnen hatte, landete „nur“ auf dem dritten Platz.

CURLING: Historische Pleite für den deutschen Curling-Sport: Erstmals seit der Wiederaufnahme ins olympische Programm 1998 hat sich kein deutsches Team für die Winterspiele qualifiziert. Beim Qualifikationsturnier im tschechischen Pilsen verpassten die Skips Alexander Baumann und Daniela Jentsch auf den Plätzen sieben und sechs jeweils das Ticket nach Pyeongchang. Für den Verband wird es im Rahmen der neuen Leistungssport­reform nach dem Olympia-K.o. von Pilsen nicht leichter, bei der künftigen Verteilung der Fördergelder wie bislang berücksichtigt zu werden. Bereits 2014 drohte dem Curling als erster olympischer Sportart das Aus bei der Förderung.

Richard Freitag (li.) und Andreas Wellinger bejubeln ihren Doppelsieg in Titisee-Neustadt. Sie sind die Favoriten für die Vierschanzentournee.
Richard Freitag (li.) und Andreas Wellinger bejubeln ihren Doppelsieg in Titisee-Neustadt. Sie sind die Favoriten für die Vierschanzentournee. FOTO: dpa / Patrick Seeger
Bruno Massot und Aljona Savchenko sind überglücklich.
Bruno Massot und Aljona Savchenko sind überglücklich. FOTO: dpa / Koji Sasahara
Rodler Felix Loch ist diese Saison fast nicht zu schlagen.
Rodler Felix Loch ist diese Saison fast nicht zu schlagen. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert