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EM-Qualifikation der U21
Ingolstadt als gutes Omen für die U21

Da hinten geht es zur EM: U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz aus Furpach will mit seiner Mannschaft heute die Qualifikation schaffen.
Da hinten geht es zur EM: U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz aus Furpach will mit seiner Mannschaft heute die Qualifikation schaffen. FOTO: dpa / Jan Woitas
Ingolstadt. Deutscher Fußball-Nachwuchs will sich heute mit einem Sieg gegen Norwegen für die EM qualifizieren. sid

Die Statue von Kaiser Marc Aurel grüßt noch immer in der Lobby, an der Decke glänzen römische Malereien: Für den letzten Schritt auf dem langen Weg zur EM in Italien wählte U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz bewährtes Terrain. „Wir wohnen im gleichen Hotel, und wir spielen wieder in Ingolstadt. So wie vor zwei Jahren. Und wir wissen alle, was passiert ist“, sagte Kuntz vor dem mit Spannung erwarteten Heimspiel gegen Norwegen am heutigen Freitag (20 Uhr/Eurosport).


Ein Sieg aus zwei Qualifikations-Begegnungen fehlt dem Titelverteidiger noch, um das Ticket für die EM-Endrunde 2019 zu lösen. Weil Kuntz auf ein „Endspiel“ am Dienstag gegen Irland in Heidenheim (18.15 Uhr/Eurosport) gerne verzichten würde, soll der Dreier bereits in Ingolstadt gelingen. Dort, wo die U21 schon 2016 durch ein turbulentes 4:3 gegen Russland die EM-Teilnahme perfekt machte. Acht Monate später holte das DFB-Team in Polen den Titel.

Kuntz sieht durchaus Parallelen. „Im Trainerteam haben wir wieder das gleiche Gefühl. Wir haben auch Lust, wieder diese Anspannung zu haben – und hoffentlich nach dem Schlusspfiff das befreiende Gefühl. Denn das sind die Momente im Leben eines Fußballers“, sagte Kuntz und kündigte deshalb an: „Wir wollen schon gegen Norwegen die Qualifikation perfekt machen.“



Diesmal steht noch etwas mehr auf dem Spiel als vor zwei Jahren: Bei der EM im Juni in Italien und San Marino werden auch die vier europäischen Tickets für Olympia 2020 in Tokio vergeben. „Klar ist es schön, bei so etwas dabei zu sein. Aber wir machen das Schritt für Schritt“, sagte Kapitän Jonathan Tah von Bayer Leverkusen. Deutschlands Fußballer sind im Schatten der fünf Ringe eine Seltenheit: Der Siegeszug 2016, der erst im Finale gegen Brasilien um Superstar Neymar gestoppt wurde, war Deutschlands erste Olympia-Teilnahme nach 28 Jahren.

Zunächst aber gilt die Konzentration dem Norwegen-Spiel. „Wir haben da noch eine Rechnung offen“, sagt Tah, der zuletzt im Kader der A-Nationalmannschaft gestanden hatte. Beim Hinspiel in Drammen (1:3) kassierte die U21 ihre bislang einzige Niederlage. Vor allem den 19 Jahre alten Martin Ödegaard, derzeit von Real Madrid an Vitesse Arnheim ausgeliehen, bekam die DFB-Auswahl dabei nie in den Griff. „Er ist ein Freigeist, bewegt sich überall. Aber wir haben trotzdem keine Angst vor ihm“, sagt Tah, der noch eine zweite Rechnung zu begleichen hat. Vor zwei Jahren verletzte sich der Abwehrspieler unmittelbar vor der EM und verpasste den Titelgewinn. 2019 bietet sich ihm nun eine zweite Chance. Also hofft der 22-Jährige in Ingolstadt wie Kuntz auf ein Déjà-vu. „Sich für eine EM zu qualifizieren, ist einfach überragend“, sagt Tah. Er muss es wissen.