Deutsche Talente sind bei der Trofeo favorisiert

Radsport : So groß waren Chancen auf Heimsieg schon lange nicht mehr

Die deutschen Rad-Talente zählen zu den Topfavoriten bei der 32. Auflage der Trofeo. Am Donnerstag startet die Rundfahrt in Blieskastel-Aßweiler.

An diesem Donnerstag um 16 Uhr startet in Aßweiler die 32. Auflage der LVM-Saarland-Trofeo der Gemeinde Gersheim. Für die Toptalente im internationalen Radsport geht es zum Auftakt auf dem Rundkurs über 113 Kilometer zum ersten Etappenziel in Erfweiler-Ehlingen direkt in die Vollen. Das ständige Auf und Ab zehrt an der Substanz der Jung-Pedaleure und sorgt für ein schweres Rennen.

„Das Streckenprofil ist fast durchgehend wellig und charakteristisch für die gesamte Trofeo“, sagt Wolfgang Degott, der Organisationsleiter des Rad-Klassikers. Bekannte Namen, sogar spätere Weltstars waren hier schon am Start: Der Pole Michael Kwiatkowski etwa, der 2014, sechs Jahre nach seinem Triumph im Saarland, das Regenbogen-Trikot des Weltmeisters ergatterte. Oder Tour-de-France-Etappensieger Marcus Burghardt, Trofeo-Sieger 2001. Burghardt ist einer von zehn Deutschen, die die Trofeo bisher gewonnen haben. Der letzte war 2015 Patrick Haller. Er war der einzige, dem das gelang, seit die Trofeo den nun zum zwölften Mal gültigen Status als Teil des Junior Nations Cup des Weltverbands UCI innehat.

Geht es nach Wolfgang Ruser, dem Junioren-Bundestrainer des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), darf sich diese eher maue Bilanz gerne sofort verbessern. Die Chance darauf scheint so groß wie lange nicht: Das deutsche Nationalteam ist aktuell das Maß der Dinge im Nations Cup, nach fünf Stationen führt es mit 150 Punkten klar vor Italien und Frankreich (je 88). „So erfolgreich wie dieses Jahr waren wir in meinen zehn Jahren als Bundestrainer noch nie“, sagt Ruser.

Drei Rad-Talente haben sich zuletzt besonders hervorgetan: Maurice Ballerstedt (SC Berlin) wurde Anfang Mai bei der Friedensfahrt in Tschechien, der dritten Station im Nations Cup und wie die Trofeo auf vier Tage angesetzt, starker Zweiter hinter dem Franzosen Hugo Toumire. Auf den Plätzen vier und fünf folgten zwei weitere BDR-Talente, die daraufhin zu Siegfahrern avancierten: Michel Heßmann (RSV Unna) krönte sich im Mai in Frankreich zum Gesamtsieger der Cup-Station Trophée Centre Morbihan. Gefolgt vom großen Auftritt des jüngsten Hoffnungsträgers für die nun anstehende Trofeo: Marco Brenner (RSG Ansbach) gewann bei der Tour du Pays de Vaud in der Schweiz drei von fünf Etappen.

Kein Wunder, dass der Bundestrainer die Ziele fürs Heimrennen offensiv formuliert: „Die Truppe ist gut drauf. Wir wollen zumindest in die Top Drei“, sagt Ruser. Neben Trofeo-Debütant Brenner sowie Heßmann und Ballerstedt, die im Vorjahr die Ränge sieben und 13 belegten, komplettieren Hannes Wilksch, Georg Steinhauser und Leslie Lührs das BDR-Sextett im Trofeo-Feld aus 18 Nationalmannschaften und den beiden Teams der Landesverbände Rheinland-Pfalz/Saar und Thüringen.

Die zweite Trofeo-Etappe über 111 Kilometer von Neunkirchen nach Münchwies gilt als die topographisch anspruchsvollste. Große Bedeutung kommt auch dem nach über 20 Jahren wieder eingeführten Teamzeitfahren bei, das am Samstag wenige Stunden nach dem Traditionskurs in Homburg im französischen Bitche startet und über 31 Kilometer nach Reinheim führt.

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