Turnen Die TG Saar schnappt sich in Neu-Ulm Bronze

Neu-Ulm · Saarländischer Kunstturn-Bundesligist schlägt Vinnhorst im Kampf um Platz drei mit 43:23. TG-Talente siegen über Nervosität.

Gabriel Eichhorn, Daniel Mouchidis und Maxim Kovalenko (von links nach rechts) durften sich mit der TG Saar über DM-Bronze freuen.

Gabriel Eichhorn, Daniel Mouchidis und Maxim Kovalenko (von links nach rechts) durften sich mit der TG Saar über DM-Bronze freuen.

Foto: Ruppenthal

„Wir feiern jetzt erst mal in der Dusche. Dann schauen wir uns das Finale der Frauen an, und dann geht es nach Hause“, gab Eugen Spiridonov am Samstag das Programm für den Abend vor. Zuvor hatte der von ihm trainierte Kunstturn-Bundesligist TG Saar beim Finale in Neu-Ulm die Bronzemedaille gewonnen. Beim 43:23 (9:3 Gerätepunkte) ließen die Saarländer dem TuS Vinnhorst keine Chance. Deutscher Mannschaftsmeister wurde die KTV Straubenhardt durch einen 48:17 (11:1)-Kantersieg über den TV Wetzgau.

„Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, wir haben unser Ziel erreicht. Allerdings war der Weg dorthin recht hart“, sagte der TG-Vorsitzende Thorsten Michels und meinte die hohe Fehlerquote auf beiden Seiten. Bei den Saarländern patzten diesmal vor allem die Routiniers Waldemar Eichorn (37 Jahre alt) an Reck und Pauschenpferd, Oleg Verniaiev bei Sprung und Pferd sowie und Matteo Levantesi (26) und Youngster Gabriel Eichhorn (18) am Barren. Allerdings: Die Kontrahenten aus Vinnhorst machten noch mehr Fehler.

Die besondere Reihenfolge der Geräte machte den Saarländern etwas zu schaffen: Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Bundesliga-Wettkampf ändert sich diese im „kleinen Finale“, um den parallel laufenden Ablauf des „großen Finales“ um die deutsche Meisterschaft nicht zu stören: Die beiden Halbzeiten wurden quasi en bloc getauscht, zuerst ging es an den Sprung, dann Barren und Reck und nach der Pause an Boden, Pauschenpferd und Ringe. Statt dass sich die TG gleich ein Punktepolster hätte aufbauen können, ging es zunächst an die Geräte, die den Vinnhorster mehr liegen. Nach dem 5:2 beim Sprung folgte aus TG-Sicht ein deutliches 0:11 am Barren, das die Saarländer mit einem etwas überraschenden 9:1 am Reck zum 14:14-Pausenstand ausgleichen konnten.

Nach der Pause sorgte die TG mit 13:0 am Boden und 12:0 am Pauschenpferd für klare Verhältnisse. An den Ringen, an denen Thorsten Michels den Gegner vorab „definitiv stärker als uns“ einschätzte, gab es zum Abschluss eine 4:4-Punkteteilung. „Nach der Pause haben sich die Jungs sehr gut konzentriert, und wir haben das Ding zu unseren Gunsten gedreht. Es war ein durchwachsener Wettkampf, aber auch die Jungen, insbesondere Daniel Mousichidis und Maxim Kovalenko, haben gezeigt, dass sie auch auswärts Bestleistungen abrufen können“, attestierte Spiridonov mit einem Augenzwinkern, nachdem er beim letzten Runden-Wettkampf vor allem bei den jungen Talenten noch eine gewisse Auswärtsschwäche festgestellt und angesprochen hatte.

„Wir sind eine Mannschaft. Wir gewinnen und verlieren zusammen. Und zum Schluss zählt das Ergebnis, und das heißt heute: Bronze!“, sagte Spiridonov und bedankte sich bei der Gelegenheit bei allen Verantwortlichen und Helfern des Vereins für eine starke Saison.

„Die Jungs haben sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und das Ding im zweiten Durchgang klar gewonnen“, lobte auch Thorsten Michels und merkte an: „Für unsere Jüngsten und auch für Artur Avetisyan und Matteo Levantesi war es das erste Finale bei einer deutschen Meisterschaft. Da hat sicher auch Nervosität eine Rolle gespielt.“

Das bestätigte Daniel Mousichidis, der zusammen mit Oleg Verniaiev mit acht Punkten Topscorer der Partie wurde: „Vor allem am Barren habe ich die Nervosität deutlich gespürt, aber im Laufe der Übung hat das abgenommen. Und danach lief es besser“, gab der 18-Jährige zu und ergänzte: „Ich bin komplett erleichtert und freue mich, dass es am Ende mit der Bronzemedaille geklappt hat. Ab jetzt steht das Feiern im Vordergrund.“ Die rund 40 im Mannschaftsbus mitgereisten Fans unterstützen die Bronzemedaillen-Gewinner dabei tatkräftig.

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