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Basketball
Rödl hat die Qual der Wahl

Basketball-Bundestrainer Henrik Rödl sah am Montagabend beim Abschluss der WM-Qualifikation einen 87:70-Erfolg gegen Estland.
Basketball-Bundestrainer Henrik Rödl sah am Montagabend beim Abschluss der WM-Qualifikation einen 87:70-Erfolg gegen Estland. FOTO: dpa / Sebastian Gollnow
Ludwigsburg. Die Qualifikation ist vorbei, die Basketballer fiebern der WM in China entgegen. dpa

Auf der Suche nach dem perfekten WM-Kader wartet viel Arbeit auf Henrik Rödl. „Ich gucke mir unglaublich viele Spiele an, um zu sehen, wer reinpasst“, sagt der Bundestrainer nach dem 87:70 (41:27) der deutschen Basketballer gegen Estland. Nach dem letzten Länderspiel des Jahres am späten Montagabend in Ludwigsburg und neun Monate vor der Endrunde in China ist der Kampf um die zwölf Plätze in der Mannschaft in vollem Gang. Rödl weiß schon jetzt: „Es wird auf allen Positionen viel Konkurrenz geben.“ Ein echtes Luxusproblem.


Mindestens 25 Spieler kommen aktuell für das Turnier vom 31. August bis 15. September 2019 infrage. Dass Dennis Schröder der Anführer sein wird, ist klar. Der NBA-Star der Oklahoma City Thunder will unbedingt an der WM-Endrunde teilnehmen – und denkt sogar noch weiter. „Wir haben auf jeden Fall das Team dafür, irgendwann mal eine Medaille zu holen“, sagt der 25-Jährige. Auch die Olympischen Spiele 2020 in Tokio hat er im Blick: „Das sollte das Ziel von allen sein.“

Das sieht Rödl ähnlich, spricht aber nicht von Medaillen, sondern sagt: „Das ganz große Ziel ist, diese Generation so weit zu führen, wie es geht. Da spielt auch Olympia eine Rolle.“ Dafür braucht er die NBA-Spieler, die er gar nicht überzeugen muss: „Alle identifizieren sich mit uns und freuen sich auch, wieder zur Verfügung zu stehen, wenn es möglich ist.“



Sieben deutsche Profis spielen in der besten Liga der Welt, sechs von ihnen sind WM-Kandidaten. Einzig Dirk Nowitzki wird nach seinem Rücktritt aus der Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes 2015 sicher nicht in Asien dabei sein. Schröder, Daniel Theis (Boston Celtics), Maximilian Kleber (Dallas Mavericks), Moritz Wagner, Isaac Bonga (beide Los Angeles Lakers) und Isaiah Hartenstein (Houston Rockets) wollen das schon. Ob sie es dürfen, ist eine andere Frage.

Ganz alleine kann Rödl nicht entscheiden, wer das Nationaltrikot überstreift. Die NBA-Clubs müssen die Spieler freigeben, mitunter ist das schwierig und mit hohen Versicherungssummen verbunden. Doch auch auf europäischem Top-Niveau gibt es längst Alternativen. Rödl steht vor einem schwierigen Prozess und hat von Supertalenten wie Wagner bis gestandenen Profis wie Kapitän Robin Benzing so viele Optionen wie keiner seiner Vorgänger. „Wir haben uns mit einem Großkader qualifiziert, haben in eintausend Formationen gespielt“, sagt Rödl.

Da die WM-Qualifikation in sogenannten Fenstern auch während der Saison stattfindet, wechselte das Personal seit Herbst 2017 ständig. Während die NBA-Stars im Sommer spielen durften, erhielten sie nun keine Freigabe mehr. Das ständige Rotieren sei zwar durchaus positiv, weil so viele Spieler getestet werden konnten, findet Rödl, doch es habe auch einen großen Nachteil: Das Team, das zur WM fährt, hat definitiv noch nicht zusammen auf dem Parkett gestanden.