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Europa League
Desolater BVB gibt nur noch ein Bild des Jammers ab

Dortmund . Dortmund scheidet verdient aus Europa League aus.

Als das Grauen ein Ende hatte, unternahmen die Spieler von Borussia Dortmund tatsächlich den zaghaften Versuch, in die Ecke ihrer Anhänger zu gehen. Dort aber war ein Großteil der Zuschauer bereits verschwunden, aus der Gruppe der Verbliebenen kamen nur vereinzelte Pfiffe. Nicht einmal berechtigter Unmut schlug der Mannschaft noch entgegen. Es war, als habe jemand dem gesamten Club den Stecker rausgezogen.


Immerhin: Keiner der Dortmunder, die nach dem blamablen Ausscheiden auch aus der Europa League das Wort ergriffen, wollte schönreden, was da passiert war. 1:2 zu Hause, 0:0 am späten Donnerstagabend bei Red Bull Salzburg – zwei weitgehend erbärmliche Spiele lieferten den erschreckenden Beweis dafür, dass der BVB in Europa nicht mal mehr zweitklassig ist. Wohlgemerkt: In der Bundesliga sind die Westfalen Tabellendritter und kämpfen um den Einzug in die Champions League.

In der derzeitigen Verfassung ist Borussia Dortmund nicht zukunftsfähig. Das gilt auch und zunächst für die weitere Zusammenarbeit mit Trainer Peter Stöger. „Wir diskutieren, ob es Sinn macht, weiterzumachen“, sagte der Österreicher. In der Bundesliga mag der BVB unter Stöger ungeschlagen sein, in der Europa League konnte aber auch er die internationale Gesamtbilanz nicht schönen: zehn Spiele, nur ein Sieg.



„Wir haben einiges vermissen lassen, was Mentalität und Wille angeht“, sagte Roman Bürki. Und das war noch diplomatisch formuliert. Dass der Dortmunder Torhüter der beste Mann auf dem Platz war, sagt alles – vor allem über seine Vorderleute. Damit diese Saison, die mit sechs Siegen und einem Unentschieden in den ersten sieben Spielen sowie fünf Punkten Vorsprung auf Bayern München ja so berauschend begonnen hatte, für Borussia Dortmund nun nicht im Desaster endet, soll wenigstens die erneute Qualifikation für die Königsklasse gelingen. Nächster Gegner ist am Sonntag (13.30 Uhr) Hannover 96.