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Der Weltmeister tut sich schwer

Kaiserslautern. Das erste Länderspiel des Jahres wäre fast in die Hose gegangen. Weltmeister Deutschland lag in Kaiserslautern gegen Asienmeister Australien mit 1:2 zurück – und schaffte dank Lukas Podolski zumindest noch ein Remis. Michael Kipp

Auersmacher und Australien haben ja nicht so viel gemeinsam. Außer die ersten zwei Buchstaben. Dennoch: Beide gehören seit gestern Abend zusammen. Zumindest in der Welt von Jonas Hector. Der Fußball-Profi stammt aus Auersmacher. Er spielt für den 1. FC Köln in der Bundesliga. Gestern durfte er in Kaiserslautern mit der Nummer drei im Trikot der deutschen Nationalelf spielen. Hinten links. In der Viererkette. Oder doch in der Dreierkette? Mit Offensivdrang auf jeden Fall. Zum ersten Mal von Beginn an. Gegner war Australien . Das Testspiel endete 2:2 (1:1).

Ein Abend mit Erinnerungswert für den Mann von der Oberen Saar. Ein Abend, der bei deutschen Fans Fragezeichen hinterließ. Neben Startelf-Debütant Hector schickte Bundestrainer Joachim Löw zwei Rückkehrer in das Testspiel. Ilkay Gündogan spielte im Mittelfeld, Holger Badstuber in der Kette. Im Tor stand Ron-Robert Zieler. Auf der Bank saß Bastian Schweinsteiger . Dabei wäre das Spiel gegen den Asienmeister sein erstes als "echter" Kapitän gewesen, nachdem Philipp Lahm nach dem Gewinn des WM-Titels 2014 in Brasilien zurückgetreten war.

Sami Khedira vertrat Schweinsteiger auf der Sechserposition - und als Kapitän. Vor dem Spiel hatte der Weltmeister seinen Abschied von Real Madrid zum Saisonende angekündigt. "Das ist keine Entscheidung gegen Real. Ich möchte einen neuen Reiz in meiner Karriere setzen", sagte Khedira. Wohin er sich entwickeln will, sagte er nicht.

Und so begann ein Spiel, in dem Trainer Löw vor allem Eines sehen wollte: eine Entwicklung. Viel war in den Tagen zuvor über die Dreierkette diskutiert worden. Nur drei Mann in der Abwehr - das sah der Zuschauer vor allem bei Ballbesitz der Australier. Bei deutschem Ballbesitz spielte die Kette oft mit vier Mann, offenbar auch, um auf den Außen offensiv Druck zu machen. Oft geklappt hat das nicht. "Wenn man ein neues Produkt entwickelt, kann man das nicht über Nacht. Das dauert ein bisschen", erklärte Löw im Vorfeld und im Hinblick auf die Europameisterschaft 2016 in Frankreich.

Am Sonntag in Georgien geht es für den Tabellendritten der Qualifikationsgruppe um 18 Uhr um wichtige Punkte. Die Entwicklung sollte also schnell kommen. Daher war es nicht nur den 47 106 Zuschauern in Kaiserslautern wichtig, ein gutes Gefühl aus dem Australien-Spiel zu generieren. Auch Löw. Klappen sollte das nicht ganz. Dabei entwickelte sich nach einer Schweigeminute für die 150 Opfer, die am Dienstag bei dem Absturz des Fluges 4U9525 ums Leben kamen, eine erste Halbzeit, die nicht schön, aber auch so schlecht war.

Hector schoss zwei Mal weit am Tor vorbei (12. und 19. Minute). Und die Australier nervten die Abwehr-Ketten. Bis Khedira in der 17. Minute mit seinem Pass auf Marco Reus dessen achtes Länderspiel-Tor vorbereitete. Kurz darauf hätte der Dortmunder das neunte nachlegen müssen, traf aber das Außennetz (23.).

Auch Australien blieb gefährlich - und erfolgreich: In der 40. Minute flankte Nathan Burns von links, James Troisi köpfte - 1:1. Hector hatte das Kopfballduell verloren.

Halbzeit zwei begann mit einem schönen Tor. Wieder für Australien . Mile Jedinak zwirbelte einen Freistoß aus 18 Metern über die Mauer ins rechte Eck. Deutschland versuchte weiter Druck zu machen, hatte Chancen. Es war dann der in der 73. Minute eingewechselte und zuletzt viel gescholtene Lukas Podolski , der das 2:2 erzielte (81.). Und so stand am Ende der aus deutscher Sicht durchwachsenen Partie fest: Das Spiel wird vergessen werden. Außer von Jonas Hector.