Der Weltmeister hofft auf Konstanz

Berchtesgaden. Als jüngster Rodel-Weltmeister düpierte Felix Loch in der vergangenen Saison die gesamte Weltelite, im vorolympischen Winter sucht der 19-Jährige erst einmal Anschluss an die Spitze. "Ich möchte vor allem im Weltcup konstanter da oben mitfahren", beschreibt der Sensations-Weltmeister aus Berchtesgaden seine zurückhaltenden Ziele für die neue Saison

Berchtesgaden. Als jüngster Rodel-Weltmeister düpierte Felix Loch in der vergangenen Saison die gesamte Weltelite, im vorolympischen Winter sucht der 19-Jährige erst einmal Anschluss an die Spitze. "Ich möchte vor allem im Weltcup konstanter da oben mitfahren", beschreibt der Sensations-Weltmeister aus Berchtesgaden seine zurückhaltenden Ziele für die neue Saison. Von so viel Bescheidenheit will sich der zweimalige Olympiasieger und italienische Konkurrent Armin Zöggeler nicht blenden lassen: "Er hat das Zeug, ganz nach vorne zu fahren", ist der derzeit weltbeste Rennrodler von Lochs dauerhaftem Aufstieg überzeugt. Im Januar hatte Felix Loch bei der Heim-WM im Schatten des erwarteten Duells zwischen Zöggeler und dem zweimaligen deutschen Weltmeister David Möller die Gunst der Stunde genutzt - und überraschend den Titel eingefahren. "Wir werden noch viel Freude an ihm haben", befand Altmeister Georg Hackl nach Lochs Coup von Oberhof. Lochs WM-Sieg kam umso überraschender, als Loch in seinen bis dahin 13 Weltcup-Rennen nicht über einen vierten Rang in Königssee hinausgekommen war. "Am Anfang war alles ein bisschen stressig", erinnert sich Loch an den Rummel um seine Person nach dem WM-Sieg. "Jeder wollte was von mir." Neun Monate später ist es wieder ruhiger um den gebürtigen Thüringer geworden, der 1991 als Zweijähriger mit seinen Eltern nach Bayern kam. Vater Norbert, ein Rodler aus Oberhof, heuerte damals als Trainer in Königssee an, nach dem Amt als bayerischer Landescoach geht er in diesem Winter seine erste Saison als Cheftrainer der deutschen Kufen-Asse an. "Das passt schon", kommentiert Loch die Beförderung seines Vaters. "Ich kenne ihn ja ganz gut." So bescheiden sich Loch mit Blick auf den Weltcup gibt, so selbstbewusst geht er den Saisonstart an diesem Samstag bei der deutschen Meisterschaft auf seiner Hausbahn in Königssee an. "Letztes Jahr bin ich Dritter geworden. Aber vor all meinen Leuten ganz oben zu landen, wäre schön", gesteht der 19-Jährige. "Das wäre ein guter Start in den Winter." Dass er es kann, bewies er gestern: Im Testrennen fuhr Loch gleich auf Rang eins. Auch ansonsten hat Loch trotz aller Tiefstapelei einiges vor im vorolympischen Winter: Seinen WM-Titel will er bei den Titelkämpfen im Februar in Lake Placid (USA) nicht kampflos abgeben: "Die Titelverteidigung wird schwer, aber das muss der Anspruch sein." Zudem locken die Tests und der Weltcup auf der Olympia-Bahn von 2010. "Vancouver ist das große Ziel für mich", sagt Loch, der sich auf die rasante neue Strecke freut: "Es macht extrem viel Spaß, auf einer schnellen Bahn zu fahren. Das ist einfach geil." dpa

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