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Der wahre "waschechte" Saarländer

Der wahre "waschechte" Saarländer

Saarbrücken. Wohl auf keinen anderen Sportler des Olympiastützpunktes (OSP) Saarbrücken passt die Beschreibung "waschechter Saarländer" besser als auf Andreas Waschburger. Der Freiwasser-Schwimmer ist in Saarbrücken geboren, aufgewachsen - und darf sich seit einer Woche stolz als zukünftiger Olympia-Teilnehmer fühlen

Saarbrücken. Wohl auf keinen anderen Sportler des Olympiastützpunktes (OSP) Saarbrücken passt die Beschreibung "waschechter Saarländer" besser als auf Andreas Waschburger. Der Freiwasser-Schwimmer ist in Saarbrücken geboren, aufgewachsen - und darf sich seit einer Woche stolz als zukünftiger Olympia-Teilnehmer fühlen. "Waschi" brachte vergangene Woche bei der Weltmeisterschaft in Shanghai das Kunststück fertig, mit Platz zehn über zehn Kilometer den letzten Qualifikations-Platz für die Olympischen Spiele 2012 in London zu erschwimmen.Damit ist Waschburger der erste Athlet des OSP, der seine Fahrkarte nach London sicher hat - und der erste "waschechte Saarländer" seit Handballerin Laura Steinbach (Bayer Leverkusen), die das Saarland 2008 in Peking vertrat. "Waschi" steht in einer Reihe mit Athleten wie beispielsweise Speerwerfer Boris Henry (Ludweiler, 1996 bis 2004), 400-Meter-Staffelläuferin Shanta Ghosh (Neunkirchen, 2000) oder Sprinter Andreas Ruth (Rehlingen), der 1996 in Atlanta/USA Mitglied der deutschen 4x100-Meter-Staffel war.

Weil gebürtige Saarländer bei Olympia eher eine Rarität sind und "Waschi" der erste fixe Teilnehmer für London ist, gab es für den 24-Jährigen gestern einen Empfang an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken. Bernd Coen, Präsident des Saarländischen Schwimm-Bundes, lobte Waschburger in den höchsten Tönen, vergaß aber nicht den Anteil seines Trainer Hannes Vitense. "Die Olympia-Qualifikation ist auch ein Erfolg des Teams Waschburger/Vitense", sagte Coen.

Auch Hausherr Gerd Meyer, Präsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS), hatte mehr als nur ein paar warme Worte für Waschburger übrig: "Du hast mit deiner Qualifikation ein wichtiges Signal gesetzt und bist Ansporn für viele andere Jugendliche." Der so Gelobte fühlte sich in der Rolle des "Stars" offensichtlich nicht ganz so wohl, wie er das im Wasser tut. Hin und wieder musste er bei den Lobeshymnen tief durchatmen und auch mal kräftig schlucken.

"Du bist eine harte Sau und stehst zurecht da, wo du heute stehst", sagte Trainer Hannes Vitense, der mit Waschburger neben endlosen Kilometern im Wasser vor allem im mentalen Bereich viel gearbeitet hat. Dort lag auch laut Vitense der Schlüssel zum Erfolg: "Waschi ist extrem mutig und hat eine extreme Willensstärke." Diese will das Mitglied der Sportfördergruppe der Polizei in dieser Saison noch vier Mal ausspielen - bei zwei Weltcup-Rennen, der Europameisterschaft und einem Zehn-Kilometer-Rennen in London, das Mitte August auf der gleichen Strecke stattfindet wie in einem Jahr das Olympiarennen. "Aber im Oktober gibt's dann mal drei Wochen Urlaub", sagt Waschburger. Es sei ihm gegönnt . . .