Der VfA Neunkirchen hat bei seinem Triathlon 400 Teilnehmer begrüßen dürfen.

Triathlon : Zu einem Achtel Ironman

Rund 450 Teilnehmer zeigten am Sonntag, wie gut sie im Schwimmen, Radfahren und Laufen sind. Gleich sieben Triathlon-Wettkämpfe fanden um „Die Lakai“ statt.

Allein die Liste der Veranstalter und Ausrichter scheint kein Ende zu nehmen: Gemeinsam stemmten der Neunkircher Sportverband, die Kreisstadt Neunkirchen, Dreikraft Neunkirchen, der Radclub Mistral, der Schwimmverein Neunkirchen, der VfA Neunkirchen und der Saarländische Betriebssportverband ein Mammut-Triathlon-Event am gestrigen Sonntag ab 9 Uhr im und um das Neunkircher Schwimmbad „Die Lakai“. Vier Kindertriathlons, Staffeltriathlon mit saarländischen Betriebssportmeisterschaften und zwei Einzeltriathlons, darunter auch die Landesmeisterschaften im Sprint, wickelten die Organisatoren an einem Tag ab.

Mit 142 Personen hatten sich für den „Jedermann-Triathlon“ (300 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5,5 Kilometer Laufen) die meisten Interessenten gefunden. Zur Einordnung: Bei den bekannten und im Übrigen namentlich geschützten „Ironman“-Veranstaltungen, die beispielsweise auf Hawaii stattfinden, müssen die Ausdauer-Profis ca. das achtfache Pensum abspulen: 3,86 Kilometer schwimmen, 180,2 Kilometer radfahren und anschließend noch einen Marathon absolvieren, das heißt, 42,195 Kilometer laufen. Die Kunst, im Kleinen wie im Großen, besteht darin, gleichzeitig möglichst stark in allen drei Disziplinen zu sein. Auch, wenn selbstverständlich jeder Athlet seine Lieblings- und „Hass“-Disziplin hat. So zum Beispiel der 19 Jahre alte Frederik Ehl, der am gestrigen Sonntag an seinem ersten Triathlon überhaupt teilnahm. Normalerweise spielt er Handball bei der HSG TVA/ATSV Saarbrücken. „Ich bin froh, wenn ich aus dem Wasser raus komme und endlich auf das Fahrrad kann“, stimmte er sich lachend eine halbe Stunde vor seinem Start auf die bevorstehende Aufgabe ein. Im Ziel erschöpft, aber glücklich und gut gelaunt, hatte sich seine Prognose bestätigt. „Das Schwimmen war jetzt nicht schrecklich. Ich habe es überlebt“, scherzte er, zog aber ein positives Fazit aus seinem ersten, offiziellen Wettkampf. „So ungefähr hab ich mir das ausgemalt. Beim Laufen war der erste Kilometer nach dem Wechsel vom Fahrrad extrem schwierig. Aber es hat mir richtig Spaß gemacht.“ Im Ziel angekommen zeigte die Uhr 1:05:39,6 Stunden.

Über dieselbe Zweirad- und Zwei-Bein-Distanz, dafür aber mit 16 25-Meter-Becken-Bahnen mehr fand gleichzeitig die Triathlon-Saarlandmeisterschaft über die Sprintdistanz statt. Und nach 1:22:51,9 Stunden passierte eine Athletin die Ziellinie, die man sonst eher von Leichtathletik-Mitteldistanzen oder Volksläufen kennt: Claudia Seel (Jahrgang 1972). Die Kirkelerin gehört zu den stärksten saarländischen Läuferinnen, nimmt mit den Tri-Turtles Friedrichsthal gelegentlich aber an den Kombi-Wettkämpfen teil. „Eigentlich ist der Triathlon ein guter Ausgleich zum Laufen. Man belastet eine ganz andere Muskulatur“, sagt sie. An knapp zehn Ausdauer-Mehrkämpfen hat sie bis dato teilgenommen, erfolgreich war auch der in Neunkirchen. Zwar stieg sie als siebte Athletin auf das Rad, durch die fünftschnellste Fahrzeit und das beste Laufergebnis aller Teilnehmerinnen – in 22:38,4 Minuten nahm sie der Zweitschnellsten und späteren Saarlandmeisterin Lucia Dewes (LTF Marpingen) über vier Minuten ab – erarbeitete sie sich den Sieg in ihrer Altersklasse und den Bronze-Gesamtrang. Zwischen Dewes (1:20:27,6) und Seel schnappte sich Judith Krauß (Tri Team Saarlouis, 1:21:23,8) Silber.  „Es hat Spaß gemacht. Das Wetter war ideal. Und für meine Verhältnisse war das Radfahren richtig gut. Ich glaube, ich war zwei Minuten schneller als beim letzten Mal“, freute sie sich.

Bei den Herren war Yves Becker (DJK SG St. Ingbert) nicht zu schlagen. Becker (Jahrgang 1992) dominierte den Wettkampf, verließ an zweiter Position das Schwimmbecken und eilte mit schnellster Rad- und Laufzeit zum Saarlandmeistertitel (Endzeit: 1:00:36,3). Um knapp sechs Minuten distanzierte er Michael Rothfuchs (SC Illingen, 1:06:15,6) und um über acht Minuten Manuel Meyer (Dreikraft Neunkirchen, 1:08:49,5) auf Platz 2 und 3.

Alle Ergebnisse online unter

neunkircher-triathlon.de

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