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Der verletzte Kraus kam, traf und siegteFür Sprenger ist die WM nach 17 Minuten zu Ende

Der verletzte Kraus kam, traf und siegteFür Sprenger ist die WM nach 17 Minuten zu Ende

Varazdin. Er wurde wie der Messias gefeiert. Spielmacher Michael Kraus fehlte beim 26:26 zum Auftakt am Samstag gegen Russland. Gestern wurde er trotz Muskelfaserriss von Bundestrainer Heiner Brand gegen Tunesien eher aus Verlegenheit gebracht. Als Deutschland nach 1:6 (8

Varazdin. Er wurde wie der Messias gefeiert. Spielmacher Michael Kraus fehlte beim 26:26 zum Auftakt am Samstag gegen Russland. Gestern wurde er trotz Muskelfaserriss von Bundestrainer Heiner Brand gegen Tunesien eher aus Verlegenheit gebracht. Als Deutschland nach 1:6 (8. Minute) 4:9 hinten lag, kam Kraus, traf vier Mal und durfte sich zur Pause beim Stand von 12:12 wieder auf die Bank setzen. Trotz des 26:24-Erfolges gegen Tunesien und der Rückkehr von Kraus war beim Titelverteidiger wenig Berauschendes zu erkennen - außer der Moral.

Das Problem in beiden Spielen: der Angriff. Zu oft wurde zu hektisch abgeschlossen, schlichen sich einfache Fehler im Spielaufbau ein. Die Abwehr stand meist sicher, dezimierte sich gegen Tunesien aber häufig durch Zeitstrafen, die aus mangelndem Zusammenhalt resultierten. Im Tor hingegen überzeugte im ersten Spiel war es Johannes Bitter. Und gegen Tunesien zeigte Carsten Lichtlein phasenweise eine gute Partie. Gegen die Nordafrikaner führte Deutschland erstmals beim 13:12 nach der Pause. Zehn Minuten vor dem Ende gab's beim 21:19 die erste Zwei-Tore-Führung. In der Schlussphase fand das Weltmeister-Trio Pascal Hens, Holger Glandorf und Sebastian Preiß seine Form, profitierte aber auch vom Kräfteverschleiß der Tunesier. Die Partie entschied Bitter mit einem parierten Strafwurf in der Schlussminute.

Beim WM-Start gegen Russland avancierte der gebürtige Dauner Pascal Hens zum tragischen Helden. Er war mit neun Toren bester deutscher Torschütze, leistete sich allerdings auch einige Fehlwürfe. In der Schlussminute wurde ein Foul an Hens nicht geahndet, den darauf folgenden Angriff nutzte Russland per Siebenmeter zum 26:26-Endstand. Brand war erzürnt: "Das hätte man pfeifen müssen." Doch der Titelverteidiger hatte sich den Punktverlust selbst zuzuschreiben. Neun Minuten vor dem Ende führten die Deutschen 20:15, trafen aber das Tor nicht mehr. Bereits zuvor hatten sie sich in zahlreichen Überzahlsituationen - Russland erhielt 18 Strafminuten - nicht mit Ruhm bekleckert.

Heute um 17.30 Uhr spielt Deutschland gegen Algerien. RTL überträgt die Partie live.

Varazdin. Für Christian Sprenger vom SC Magdeburg ist die Handball-WM in Kroatien bereits nach dem ersten Spiel beendet. Der Rechtsaußen erlitt beim 26:26 gegen Russland am Samstag in Varazdin einen Innenbandriss im rechten Knie. Das ergab eine Röntgenuntersuchung im Krankenhaus.

Sprenger hatte sich die Verletzung in der 17. Spielminute zugezogen. "Ich hörte, wie es in meinem Knie knackte, und wusste gleich, dass da was kaputt war", sagte er.

"Das Pech vor und bei großen Ereignissen klebt uns an den Stiefeln. Der Ausfall von Sprenger trifft uns hart, aber die Mannschaft wird zusammenrücken", sagte Horst Bredemeier, Vize-Präsident des Deutschen Handball-Bundes. dpa

Auf einen Blick

Handball-WM in Kroatien, Vorrunde:

Deutschland - Russland 26:26 (15:14).

Deutschland: Bitter (HSV Hamburg), Lichtlein (TBV Lemgo) - Hens (Hamburg) 9, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Klein (THW Kiel) 1, Müller (TV Großwallstadt) 2, Strobel (Lemgo) 1, Preiß (Lemgo) 1, Tiedtke (Großwallstadt), Glandorf (HSG Nordhorn) 3, Jansen (Hamburg) 7/2, Sprenger (SC Magdeburg), Kaufmann (Lemgo) 1, Schröder (Hamburg) 1.

Russland: Grams, Kostygow - Filippow 2/1, Skopinzew, Rewin, Kowalew 3, Tschernoiwanow 2, Atman 2, Rastworzew 5, Kamanin, Roman Iwanow, Aslanjan, Tschipurin 1, Dibirow 3, Igropulo 5/2, Witali Iwanow 3/1.

Zuschauer: 4600.

Tunesien - Deutschland 24:26 (12:12).

Tunesien: Missaoui, Magaiez - Hedoui 2, Tej 2, Touati 3/2, Hammed 9, Hadj Ahmed, Walid Ben Amor, Bousnina 1, Gharbi, Mgannem 4, Ayed 3/2, Majed Ben Amor, Kraiem.

Deutschland: Bitter Hamburg), Lichtlein (Lemgo) - Hens (Hamburg) 6, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Klein (Kiel) 1, Müller Großwallstadt) 3, Strobel (Lemgo) 1, Preiß (Lemgo) 5, Tiedtke (Großwallstadt), Glandorf (Nordhorn) 4, Jansen (Hamburg) 2/2, Kraus (Lemgo) 3, Kaufmann (Lemgo), Schröder (Hamburg) 1.

Zuschauer: 3500. dpa