Der Unbesiegbare

Wasserspringer Patrick Hausding dominiert derzeit die Europameisterschaften in Berlin. Er gewann gestern seine dritte Goldmedaille. Marco Koch sicherte den deutschen Beckenschwimmern das erste Gold.

Wassersprung-Dominator Patrick Hausding hat nach einer phänomenalen Aufholjagd das Gold-Triple bei der Heim-EM perfekt gemacht. Nach Siegen vom Ein-Meter-Brett und im Turm-Synchronspringen gewann der 25-Jährige gestern auch das dramatische Finale von drei Metern mit 4,65 Punkten Vorsprung vor dem russischen Olympiasieger Ilja Sacharow. Hausding, der nach einem indiskutablen Zweieinhalb-Rückwärtssalto auf Rang zwölf zurückfiel, rollte das Feld schließlich von ganz hinten auf.

"Ich habe mich in eine Ecke gesetzt und gefragt: Bist du eigentlich bescheuert? Das war der einfachste Sprung", sagte Hausding über seinen verpatzten Auftakt. Bundestrainer Lutz Buschkow bewunderte hingegen die Comeback-Qualitäten seines Vorspringers: "Das ist eben Hausding, unser Kampfschwein." Auch DSV-Präsidentin Christa Thiel schwärmte: "Sensationell. Patrick Hausding ist ein Ausnahmeathlet." Hausding darf weiter auf die Einstellung seines EM-Rekords von 2010 mit insgesamt fünf Medaillen hoffen. Der Synchron-Weltmeister geht noch im Turm-Einzel und im Drei-Meter-Synchronspringen an den Start.

Auch die deutschen Beckenschwimmer konnten sich gestern erstmals bei dieser EM über Gold freuen. Nach den beiden Silbermedaillen von Paul Biedermann (200 Meter Freistil) und Philip Heintz (200 Meter Lagen) am Mittwoch bescherte Marco Koch den Beckenschwimmern nun die erste Goldmedaille dieser Europameisterschaft. Der WM-Zweite gewann gestern über 200 Meter Brust mit deutschem Rekord von 2:07,47 Minuten. Der 24-Jährige verbesserte somit seine fünf Jahre alte Bestmarke aus der Ära der Hightech-Anzüge um 86 Hundertstelsekunden. "Es hat so viel Spaß gemacht, so was hatte ich noch nie", sagte der Darmstädter.

Zweiter wurde drei Zehntelsekunden hinter Koch der Weltjahresbeste Ross Murdoch aus Großbritannien. Der Sieger der Commonwealth-Games schlug nach 2:07,77 nur ganz knapp hinter Koch an. Rang drei ging an den Litauer Giedrius Titenis. Koch holte die insgesamt vierte Medaille der deutschen Beckenschwimmer und das bislang 16. Edelmetall dieser EM.