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Der Trainer-Dreikampf um den Titel

Frankfurt. Rentner, Machtmensch und Novize: Der Dreikampf um die Fußball-Meisterschaft zwischen Tabellenführer VfL Wolfsburg sowie den Verfolgern VfB Stuttgart und Bayern München ist zugleich der Wettstreit eines außergewöhnlichen Trainer-Trios

Frankfurt. Rentner, Machtmensch und Novize: Der Dreikampf um die Fußball-Meisterschaft zwischen Tabellenführer VfL Wolfsburg sowie den Verfolgern VfB Stuttgart und Bayern München ist zugleich der Wettstreit eines außergewöhnlichen Trainer-Trios. Im mit Spannung erwarteten Saisonfinale winkt Wolfsburgs Alleinherrscher Felix Magath der größte Coup seiner Karriere, Neuling Markus Babbel könnte sogar Bundesliga-Geschichte schreiben, und Jupp Heynckes will sich mit einem Paukenschlag verabschieden. "Natürlich wäre die Meisterschaft mit Wolfsburg eine besondere, weil niemand vor der Saison ernsthaft damit rechnen konnte. Ich jedenfalls habe erst nach unserem Sieg gegen Hoffenheim angefangen, daran zu glauben. Vorher habe ich das nicht für möglich gehalten", sagte Felix Magath vor dem Finale furioso. Schon ein Punkt im Heimspiel gegen Werder Bremen reicht den "Wölfen" wohl zum Titelgewinn. Die Karriere des ehemaligen Bayern-Trainers weist verblüffende Parallelen zu der des momentanen Übergangs-Bayern-Trainers Heynckes auf. Auch der mittlerweile 64-Jährige feierte einst mit dem FC Bayern zwei Meistertitel (1989, 1990), und auch er wurde dort nur ein Jahr später vorzeitig entlassen.Bleibt als Dritter im Bunde Markus Babbel, der sich im Falle des Titelgewinns mit dem VfB Stuttgart in den Bundesliga-Annalen als erster Meister-Trainer ohne Trainerschein verewigen würde. Der 36-Jährige weist solche Gedankenspiele vor dem Spiel in München aber zurück: "Vom Titel rede ich nicht." Ein Sieg im Duell mit seinem Mentor Heynckes, unter dem Babbel zu Beginn seiner Karriere spielte, würde mindestens den direkten Einzug in die Champions League bedeuten. dpa